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Rezensionen zu
Heiner ist tot

Jette Jakobi

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€ 13,00 [D] inkl. MwSt. | € 13,40 [A] | CHF 18,50* (* empf. VK-Preis)

Heiner ist tot. Der Postbote von Schönberg bei Kiel sitzt in einem Strandkorb mit Blick aufs Meer. Genießen kann Heiner diesen Ausblick allerdings nicht mehr, denn er wurde erstochen, wie Karin auf ihrem Strandspaziergang zu ihrem Entsetzen feststellen muss. Karin wohnt mit ihren Freundinnen Elsbeth und Ursel, allesamt Mitte Siebzig, in einem Haus nahe der Ostsee und natürlich ruft Karin sofort die Polizei, als sie die grausige Entdeckung macht. Das hält sie und ihre Freundinnen aber nicht davon ab, selbst Ermittlungen anzustellen und sich mal etwas genauer im Ort umzuhören. Unterstützung erhalten die drei Damen dabei von Olaf, ihrem neuen Mitbewohner, einem pensionierten Kriminalkommissar. Doch am Ende ist es Olaf, der dankbar ist für die Hilfe der rüstigen Rentnerinnen … Auf dieses Buch wurde ich zunächst aufmerksam, weil es an der Ostsee in der Region Kiel spielt und somit ganz in der Nähe von unserem letzten wunderbaren Urlaubsziel, nur auf der anderen Seite der Kieler Förde. Darüber hinaus hat mich der Klappentext spontan angesprochen und meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Bei den drei Protagonistinnen handelt es sich um sehr liebenswerte ältere Damen, die alle drei ihre Eigenheiten, Schwächen und Wehwehchen haben, was sie aber nur umso sympathischer macht. Die drei kennen sich bereits seit ihrer Kindheit und haben im Alter eine Seniorinnen-WG gegründet, die Olaf als Vierter im Bunde und einziger Mann im Haus gehörig aufmischt. Schnell wird auch klar, dass die drei Frauen ein dunkles Geheimnis teilen, das mit einem Apfelbaum im Garten zu tun hat – worum es dabei geht, wird erst ganz zum Schluss zumindest ansatzweise enthüllt. Beim Mord an Heiner tappen die Senior-Ermittlerinnen jedoch lange Zeit im Dunkeln bzw. folgen einer falschen Spur und auch als Leser*in weiß man bis zuletzt nicht, wer der Täter oder die Täterin ist. Und kaum scheint der Fall aufgelöst, ergeben sich schon wieder neue Fragen, die hoffentlich bald in einem zweiten Band beantwortet werden, denn bei „Heiner ist tot“ handelt es sich um den Auftakt zu einer neuen Krimireihe rund um den selbsternannten Ostseemordclub. Die Lektüre hat mir sehr gut gefallen, ich hatte das eBook ruckzuck durchgelesen und freue mich jetzt schon sehr auf die Fortsetzung. Ein kleines Manko waren die vielen Fehler im Text: Mal war es ein falscher Name, mal wurde mitten im Absatz die Zeitform gewechselt, ein Wort falsch geschrieben oder ähnliches mehr. Insgesamt hat der Lesegenuss aber überwogen, so dass ich über die Fehler hinwegsehen konnte. Bei Jette Jakobi handelt es sich um ein Pseudonym, hinter dem ein Mutter-Tochter-Autorinnenduo steht, nämlich Andrea Russo und ihre Tochter Christin-Marie Below. Von Andrea Russo habe ich schon ein, zwei Bücher auf meinem SuB, die ich nun endlich mal lesen muss, denn der Schreibstil hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Andrea Russo ist auch unter dem Pseudonym Anne Barns bekannt. Achtung: Das eBook zu „Heiner ist tot“ ist bereits am 1. Februar 2024 erschienen. Wer lieber das gedruckte Taschenbuch lesen möchte, muss sich bis zu dessen Erscheinen noch bis zum 20. März gedulden.

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„Elsbeth wusste nicht, was sie mehr schockierte: der ermordete Postbote oder die Tatsache, dass Karin ihn erstmal in aller Seelenruhe abgelichtet und das Foto verschickt hatte, bevor sie auf die Idee kam, die Polizei zu rufen.“ (S. 5) Elsbeth, Ursel und Karin sind Mitte 70, seit über 50 Jahre beste Freundinnen, und wohnen zusammen in einer Jugendstilvilla in Schönberg an der Ostsee. Und so unterschiedlich die drei auch sind, haben sie doch eine Gemeinsamkeit – sie lieben den sonntäglichen Tatort und wetten auf den Täter. Als sich jetzt vor ihrer Haustür ein echter Mord ereignet, können sie sich natürlich nicht zurückhalten und stellen eigene Ermittlungen an, schließlich kannten sie den Toten gut und wissen einiges über ihre Mitmenschen. Und da ist noch was: Heiner wurde mit dem Messer umgebracht, das Elsbeth vor Jahren ihrem italienischen „Bekannten“ Eduardo geschenkt hat, der seit 1,5 Jahren verschwunden ist. (Wobei Ursel und Karin überzeugt sind, dass er Elsbeths Liebhaber war.) Dann kann er ja nicht der Mörder sein, oder etwa doch? Zwielichtig ist er ihnen ja schon immer vorgekommen. Als dann auch noch der pensionierte Kriminalkommissar Olaf bei ihnen einzieht, der Cousin ihrer vor kurzem verstorbenen vierten Mitbewohnerin Agathe, sind die drei Hobbyermittlerinnen nicht mehr zu bremsen. „Alle drei waren sie eigensinnige alte Schachteln. Aber sie liebten und respektierten einander.“ (S. 29) Ich habe die Freudinnen mit ihren Eigenheiten und Spleens sofort ins Herz geschlossen. Ich mag das Zwischenmenschliche und ihre Gruppendynamik, sie sind so herrlich echt. Ursel war früher Friseurin und Visagistin. Ihr ist aufgefallen, dass sich Heiner in letzter Zeit herausgeputzt hat: Hatte er evtl. eine Geliebte und ist deren Mann zum Opfer gefallen? Karin war Krankenschwester und weist die Inselpolizei erstmal darauf hin, wie lange Heiner schon tot ist und dass er nicht im Strandkorb ermordet wurde – schließlich kennt sie Anzeichen wie Totenstarre und Totenflecken noch sehr gut aus ihrem Berufsleben. Und Ursel, eine ehemalige Lehrerin, weiß eh alles besser und korrigiert ihre Mitmenschen gern. Zusammen sind sie ein echt gutes Ermittlerteam und überraschen die Kommissare mit den Beobachtungen und Erkenntnissen, die sie ihren Mitmenschen entlockt haben. Auch ihr Zusammenleben gestaltet sich für den Leser sehr amüsant. Da wird über Liebe und Sex im Alter und Köperbehaarung an Stellen geredet, über die ich noch nicht mal nachgedacht habe. Man lebt nicht nur zusammen, sondern passt auch aufeinander auf und ergänzt und hilft sich. Ich kann mir durchaus vorstellen, später auch in so einer Alters-WG zu leben – aber bitte ohne Mord 😉. „Es ist schon verrückt, wie einen manche Dinge ein Leben lang verfolgen.“ (S. 289) Doch sie sind nicht nur beste Freundinnen, sie verbindet auch ein über 50 Jahre altes Geheimnis, das hoffentlich in einem noch kommenden Buch aufgelöst wird (für mich liest sich das Buch wie der Auftakt zu einer Serie). „Heiner ist tot“ ist bis zum Ende spannend, voller überraschende Wendungen und sehr unterhaltsam. Wer „Miss Marple“ oder „Mord ist ihr Hobby“ liebt, wird auch den „Ostsee-Mordclub“ (so nennen sie sich selber) mögen.

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