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Frank Lorenz Müller

Der 99-Tage-Kaiser

Friedrich III. von Preußen - Prinz, Monarch, Mythos

(2)
Hardcover
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Deutschlands zu Unrecht vergessener Kaiser

Wir schreiben das Jahr 1888. Am 15. Juni, nur neunundneunzig Tage nach seiner Thronbesteigung, stirbt der preußische König und deutsche Kaiser Friedrich III. an Kehlkopfkrebs. Ganz Europa zeigt sich tief ergriffen vom grausamen Schicksal und dem Tod eines Monarchen, der in Deutschland als Kriegsheld gefeiert und auch im Ausland als leutseliger Gentleman und liberaler Hoffnungsträger geschätzt wurde. Eine historische Figur, die es zu entdecken lohnt.

Wer aber war dieser Kaiser wirklich? Hätte er der deutschen Geschichte eine andere Richtung geben können? Das Buch geht weit über jene Mythen hinaus, die besagen, Friedrichs humaner Liberalismus hätte eine deutsch-englische Allianz in die Wege geleitet und möglicherweise sogar den Ersten Weltkrieg vermieden. Zugleich korrigiert es die Diffamierungen und Übertreibungen, denen er zeit seines Lebens und auch nach seinem Tod ausgesetzt war. Umgeben von faszinierenden historischen Figuren wie seiner weithin verhassten englischen Ehefrau Vicky oder dem Reichsgründer Otto von Bismarck, eröffnen das Leben und Sterben Friedrichs einen aufschlussreichen und eindrücklichen Blick auf Preußen, auf Deutschland und auf jene europäische Welt, bei deren Zerstörung schließlich sein eigener Sohn eine tragende Rolle spielen sollte.

»Frank Lorenz Müllers Buch ist ein Musterbeispiel einer modernen Politikgeschichte des Kaiserreichs.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2013

Aus dem Englischen von Sibylle Hirschfeld
Originaltitel: Our Fritz. Emporer Frederick III and the Political Culture of Imperial Germany
Originalverlag: Harvard University Press
Hardcover mit Schutzumschlag, 464 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit Abb.
ISBN: 978-3-8275-0017-5
Erschienen am  09. April 2013
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Ausführlich, interessant und lehrreich

Von: meine.literaturliebe

22.09.2021

Friedrich III. war nur 99 Tage lang Deutscher Kaiser und König von Preußen als er an Kehlkopfkrebs starb. Beim Volk beliebt, galt er als Hoffnungsträger und Kriegsheld. Seine Kindheit hatte er als lieblos wahrgenommen. Zu seinem Vater hatte er ein angespanntes Verhältnis, was im Hause Hohenzollern ein trauriges Erbe war. Er heiratete Prinzessin Viktoria (Tochter von Königin Viktoria und Prinz Albert). Obwohl die Ehe in erster Linie politischen Nutzen hatte, war sie von tiefer Zuneigung und Liebe geprägt. Das Paar bekam acht Kinder. Zwei Söhne starben im Kindesalter, was das Paar in eine unüberbrückbare, tiefe Trauer stürzte. Friedrich war sehr an historischen Hintergründen interessiert. So erkannte er, dass seine Vorfahren es versäumt hatten, die eigene und preußische Geschichte an die Bevölkerung heranzutreten. Er eröffnete nach langer Recherche eine Ausstellung, die Gegenstände seiner Vorfahren zeigten. Dabei hat ihn die Geschichte seiner Großmutter, Königin Luise von Preußen, besonders bewegt. Aus pädagogischen Gründen wurde die Präsentation für Schulklassen und Soldaten zur Pflichtveranstaltung. Nach dem Vorbild seiner Schwiegereltern nutzte er auch die Fotografie und ließ sich mit seiner Frau und Kindern im Alltag ablichten und auf Karten drucken, die zu beliebten Sammelobjekten wurden. Die Biographie zeigt ein sehr interessantes Bild auf die Geschichte, Monarchie und auf ihn als Ehemann, Vater und Sohn auf. Umfangreich, informativ und lehrreich. An alle Geschichtsinteressierte sehr zu empfehlen.

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Im 3-Kaiserjahr 1888 besteigt Friedrich der III. von Preußen den deutschen Kaiserthron. Autor Frank Lorenz Müller beschreibt auf über 450 Seiten den Monarchen in seiner Biographie und deckt dabei auf eindrucksvolle Weise die Vielschichtigkeit dieses Charakters auf. In den Jahren vor der Thronbesteigung war Friedrich für reformatorische Kräfte in Preußen und "Rest-Deutschland" ein Hoffnungsträger. Die in ihn gesteckten Erwartungen konnte der preußische Sprössling jedoch nicht erfüllen. Sein Vater Misstraute ihm und hielt ihn politisch für unzuverlässig, eine Parallele, die man auch in der Beziehung zwischen Kaiser Franz Josef und seinem Sohn Erzherzog Rudolf findet. Mit diesem Misstrauen spielte auch der Reichskanzler Bismarck geschickt, um seine politischen Interessen auch gegenüber dem Kaiser durchzusetzen. Daneben war die glückliche Ehe, die der Kronprinz mit seiner englischen Frau Victoria eine wichtiger Ausgleich für den Thronanwärter. Die Prinzessin wurde in den konservativen Kreisen des Deutschen Reichs jedoch sehr misstrauisch beäugt. Sie galt als Einflüsterin liberaler Ideen englischer Couleur und die einflussreichen Landesfürsten fürchteten, unter Friedrichs zukünftiger Herrschaft, Macht und Privilegien zu verlieren, falls Friedrich eine Parlamentarische Demokratie nach englischem Vorbild anstreben sollte. Der Kaiser war lediglich im militärischen Bereich mit seinem Sohn zufrieden, der sowohl im Krieg von 1866 als auch im Deutsch-Französischen Krieg als Feldherr reüssierte und die von ihm befehligten Truppen zu entscheidenden Siegen führte. Dafür wurde er von seinem Vater auch persönlich mit hohen Orden ausgezeichnet. Trotz seine teilweise liberalen Ansichten war Friedrich ein überzeugter Monarchist. Insoweit war er sicherlich eine Enttäuschung für die Reformkräfte im Kaiserreich. Dies manifestiert sich auch an der Tatsache, dass Friedrich sein Verhältnis zu Bismarck im Laufe der Jahre verbesserte, ohne dass man es als gut bezeichnen konnte. Dass der kettenrauchende Kronprinz kurz vor seiner Thronbesteigung am für ihn tödlichen Kehlkopfkrebs erkrankte, bedauerten seine Anhänger. Letztlich bleibt die Geschichte eines Monarchen, der eine zwiespältige Persönlichkeit in sich vereinigte. Er war zeitgleich konservativ und trug dabei liberales Gedankengut in sich, was auf eine schwierige Persönlichkeitsstruktur hinweist. Dazu musste er sich im Kaiserhaus gegen seinen Vater und den Reichskanzler positionieren und stand lebenslang in einem Spannungsfeld, das nur sehr schwer zu ertragen gewesen sein muss. Das Buch deckt die Facetten dieses Mannes aus verschiedenen Betrachtungswinkeln auf und ermöglicht dem Leser einen unkaschierten Blick auf den 99-Tage Kaiser. Ein Buch, das ich gerne empfehle!

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Vita

Frank Lorenz Müller, geboren 1970, ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität St.Andrews in Schottland. Er studierte in Berlin und Oxford Geschichte und Anglistik und promovierte mit einer Arbeit über die deutsch-britischen Beziehungen vor der Reichsgründung. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen hat er sich mit der Revolution von 1848/49 befasst, mit dem Nationalismus, Imperialismus und der Monarchie im 19. Jahrhundert.

Zum Autor

Pressestimmen

»Eine geradezu phänomenale Biografie. Frank Lorenz Müller schildert realistisch die unglaublichen Winkelzüge der Hofkamarilla rund um den sterbenden Kaiser. […] Man schaudert bei diesen Schilderungen.«

Die Presse (A), 13.07.2013

»Ein umfassendes und differenziertes, anschauliches und lebendiges Porträt.«

Nürnberger Zeitung (13. June 2013)

»Mit einer leicht spöttischen Distanz zu unserem Fritz, aber spannend geschrieben, mit schönen Einblicken in diese ersten Jahrzehnte des Kaiserreiches. Ein wunderbar differenziertes Buch.«

Deutschlandradio Kultur - Radiofeuilleton (14. June 2013)

»Eine fulminante Biografie.«

Die Welt (27. April 2013)

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