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Bryn Chancellor

Wo niemand uns sehen kann

Roman

(9)
Taschenbuch
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Jess Winters zieht mit ihrer Mutter Maud in das verschlafene Nest Sycamore, irgendwo in der Wüste Arizonas. All ihre Einsamkeit verbirgt Jess in ihrem Tagebuch. Bis sie eines regnerischen Abends spurlos verschwindet. Achtzehn Jahre später werden vor der Stadt menschliche Überreste gefunden, und bei Maud wie auch den anderen Bewohnern von Sycamore kehren die bohrenden Fragen wieder: Was ist an jenem Abend, als Jess für immer verschwand, wirklich geschehen? Ein berührender Roman über Schuld, das Vergessen und die Geheimnisse einer Kleinstadt.


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné
Originaltitel: Sycamore
Originalverlag: Harper
Taschenbuch, Broschur, 416 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71957-0
Erschienen am  14. June 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Atmosphärische, kurzweilige und tragische Geschichte für zwischendurch.

Von: Susanne Probst

04.02.2022

Die frisch geschiedene Maud und ihre 17- jährige Tochter Jess leben zusammen in dem abgeschiedenen und trostlosen Ort Sycamore, irgendwo in der Wüste Arizonas. Jess, eigenbrötlerisch und unscheinbar, vertreibt sich einen Großteil ihrer Zeit mit Tagebuch schreiben und Spazierengehen. In Sycamore fühlt sie sich nicht wohl und zwischenmenschlich hat sie es nicht leicht. Eines Abends im Jahr 1990 kommt Jess nach ihrer Erkundungstour nicht mehr zurück. 18 Jahre lang fragt sich die Mutter, was mit ihrer Tochter passiert ist. 18 Jahre lang macht sich die Mutter Vorwürfe. 18 Jahre lang vermisst die Mutter ihre Tochter. Nach 18 Jahren taucht Jess wieder auf: Ihre Leiche wird in einer Schlucht gefunden. Maud und die anderen Dörfler versuchen sich an damals zu erinnern und sie fragen sich, was sich vor 18 Jahren wohl zugetragen hat. Der rege und konzentrationsfordernde Wechsel von Perspektiven, Zeitebenen und Charakteren machten den Roman für mich interessant und kurzweilig. Gleichzeitig wurde er völlig unaufgeregt erzählt, wodurch sich die Geschichte entwickeln und die Protagonisten entfalten konnten. Die anfangs gedrückte Stimmung driftete trotz der Entwicklungen nicht ins bodenlose ab, sondern entwickelte sich langsam und stetig ins Hellere. Ich genoss es, mich in die Atmosphäre des Buches fallen zu lassen. Mir gefiel die etwas skurrile Geschichte recht gut. Sie ist kein literarisches Highlight, aber allemal etwas, das man gut zwischendurch lesen kann.

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Ein bewegendes Buch über den Verlust

Von: Fredi.liest

20.10.2021

Was macht es mit einer Mutter, wenn ihr einziges Kind nicht von einem Spaziergang wiederkehrt und für immer verschwindet? Was macht es mit einer Kleinstadt, wenn jemand verschwindet? Wie geht das Leben von Familie und Freunden nach diesem Verschwinden? Was macht die Ungewissheit und die (Selbst-)Vorwürfe mit den Menschen? Und wie die Frage, was mit der jungen Jess Winter, die erst kurze Zeit zuvor mit ihrer Mutter Maud nach Sycamore gezogen ist, geschehen ist, die die Menschen auch Jahre später noch beschäftigt. Unglücklich über die Scheidung ihrer Eltern, über den Umzug in die Wüstenkleinstadt, über ihre Schwerfälligkeit Freunde zu finden, sucht Jess am Abend mit Fahrten und Spaziergängen durch die Stadt die Ruhe zum Tagebuch schreiben. Bryn Chancellor hat mit ihrem multiperspektivischen Roman „Wo uns niemand sehen kann“ berührend über den Verlust eines Menschen, über den Schmerz, der über all die Jahre bleibt, über die Fragen nach der Wahrheit und darüber, wie unterschiedlich Menschen mit dem Verschwinden eines Menschen umgehen, geschrieben. Ein schön geschriebener Roman, dessen Traurigkeit und Schmerz mich bei Lesen immer wieder erfasst haben.

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Vita

Bryn Chancellor

BRYN CHANCELLOR gewann mit ihrem Erzählungsband »When Are You Coming Home?« den Prairie Schooner Book Prize, ihre Kurzgeschichten sind in zahlreichen Publikationen erschienen. 2014 bekam sie den Maureen Egen Writers Exchange Award. Sie lehrt literarisches Schreiben an der University of North Carolina in Charlotte, wo sie auch lebt.

Zum Autor

Eva Bonné

Eva Bonné übersetzt Literatur aus dem Englischen, u.a. von Rachel Cusk, Anne Enright, Michael Cunningham und Abdulrazak Gurnah. Sie wurde mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis ausgezeichnet.

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