Der sensationelle Romanerfolg aus Frankreich: Die Geschichte eines Paares, das gegen die Konventionen der Zeit kämpft. »Ein zauberhaftes Buch über eine unerschütterliche Liebe.« Le Figaro Magazine. Lieblingsbuch der Buchhändler*innen in Frankreich. Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt.
»Über manches, was uns fehlt, kommen wir nie hinweg.« Im großen Spiel des Schicksals hat Mimo – Michelangelo Vitaliani - die falschen Karten gezogen. In Armut geboren, wird er als kleiner Junge zu seinem Onkel nach Italien gegeben, um das Handwerk eines Bildhauers zu erlernen. Dort, in dem kleinen ligurischen Dorf Pietra d’Alba, begegnet er Viola, Tochter aus gutem Hause und jüngstes Kind der Orsinis, einer angesehenen Adelsfamilie. Viola scheint vom Glück begünstigt zu sein, doch sie ist eine junge Frau, die nicht in die Zeit passt. Sie will »fliegen« - auf eigenen Beinen stehen, aus dem engen gesellschaftlichen Korsett ausbrechen, das für eine Frau ihres Standes nur die Ehe vorsieht. Von ihrer ersten Begegnung an durchleben Viola und Mimo Seite an Seite die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, den Aufstieg des Faschismus und die Unruhen der Weltkriege. Er, der ungewöhnlich kleine Bildhauer, wird ein von der Elite gefeierter Künstler; sie versucht unermüdlich, ihre Träume als emanzipierte Frau zu verfolgen. Beide werden sich immer wieder verlieren und finden, als Verbündete oder Gegner, ohne ihre Freundschaft jemals aufzugeben. Aber was nützt Mimo aller Ruhm, wenn er Viola am Ende doch ziehen lassen muss?
Ausgabe:
Hardcover, mit Schutzumschlag, 512 Seiten, 13,5x21,5cm
Jean-Baptiste Andrea, 1971 in Cannes geboren, ist Romanautor und Filmemacher. Er wurde für »Was ich von ihr weiß« mit dem renommierten Prix Goncourt ausgezeichnet und gilt »in Frankreich als einer der vielversprechendsten Autoren seiner Generation« (DER SPIEGEL). Jean-Baptiste Andrea studierte Politik- und...
»Die Aufgabe eines Romanciers ist es, den Wahnsinn und das Genie des Menschen zu erkunden.«
1
Warum spielt der Roman in Italien?
Meine Großmutter mütterlicherseits kam in den 1920er Jahren von Italien nach Frankreich, sodass ich mich seit jeher mit diesem Land verbunden fühle. Und ich bin eine Stunde entfernt aufgewachsen und lebe auch noch dort. Italien war irgendwie schon immer Teil meines Lebens. Dort habe ich mit 15 Jahren für mich die Kunst entdeckt. Daher war es nur natürlich, den Roman in Italien anzusiedeln. Nein, nicht natürlich, organisch. Es war nicht das Ergebnis eines intellektuellen Prozesses. Es ist einfach passiert.
2
Wieso hast du die Liebesgeschichte in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gelegt, in die Zeit zwischen den Kriegen?
Ich finde, die Aufgabe eines Romanciers ist es, den Wahnsinn und das Genie des Menschen zu erkunden und in Worte zu fassen. Jeder große Roman zeichnet sich durch ein Gleichgewicht dieser beiden Kräfte aus: Genie und Wahnsinn. Mimo und Viola, meine Helden, haben mir ihr Genie geschenkt, ihre Geschichte. Den Wahnsinn habe ich in der Epoche selbst gefunden, mit dem Aufstieg des Faschismus zwischen zwei Weltkriegen.
3
Was fasziniert dich an der Figur von Mimo?
Mimo ist mir in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich: unbeholfen, manchmal nervig, ungeduldig, er kann dumm und selbstzerstörerisch sein, aber letzten Endes will er lernen und sich verbessern. Er geht auf Abstand zu den Menschen, bis auf die, die sehen können, wer er wirklich ist, und die sich nicht abwimmeln lassen. Dann werden sie für immer Freunde sein und zusammenwachsen. Die wichtigste Eigenschaft von Mimo ist, dass er Fehler hat, wie wir alle. Ich wollte nicht, dass er ein Klischee ist.
4
Viola ist eine überaus begabte, kluge Frau. Allerdings kann sie nicht das Leben führen, das sie sich wünscht. Woran liegt das?
Weil es schon immer eine größere Bürde war – und ich denke, das ist es auch heute noch –, als Frau geboren zu werden denn als Mann. Viola muss doppelt so hart kämpfen, um den gleichen Platz wie ein Mann einzunehmen. Hinzu kommt. dass sie in der Tat äußerst intelligent ist. Die Gesellschaft mag und schätzt Intelligenz trotz ihrer Bekenntnisse nicht immer, denn intelligente Menschen neigen dazu, die Regeln zu hinterfragen. Regeln sind nicht dazu da, um infrage gestellt zu werden, sondern um akzeptiert zu werden.
5
In Frankreich ist der Roman ein riesiger Erfolg. Worauf führst du das zurück?
Es wäre anmaßend, wenn ich versuchen würde, das erklären zu wollen. Ich habe einfach eine Geschichte geschrieben, die mir am Herzen lag und die mich tief bewegt hat. Ich habe lange nach der besten Form dafür gesucht, einer Form und einer Sprache, die die Geschichte tragen. Ich habe den Figuren Leben eingehaucht, und zwar so sehr, dass ich das Gefühl habe, sie sind real. Ich bin stolz und fühle mich geehrt, dass die Leserinnen und Leser sie so herzlich aufgenommen haben. Ich glaube, tief im Herzen wollen die Menschen Geschichten erzählt bekommen, sie wollen der Gegenwart entfliehen und doch auch mehr über sie erfahren. Ich habe versucht, einen Roman zu schreiben, der genau das tut.
Titel hinzugefügt
Du hast einen Titel zur Merkliste hinzugefügt.
Titel entfernt
Du hast einen Titel von deiner Merkliste entfernt.
Autor*in hinzugefügt
Du wirst informiert, sobald ein neuer Titel des Autors erscheint.
Autor*in entfernt
Du wirst nicht mehr informiert, wenn ein neuer Titel des Autors erscheint.
Benachrichtigung aktiviert
Du wirst informiert, sobald der Titel erscheint.
Benachrichtigung deaktivert
Du wirst nicht mehr informiert, wenn der Titel erscheint.