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Was ich von ihr weiß

Roman — Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt

★ ★ ★ ★ ☆

16 Rezensionen
Der sensationelle Romanerfolg aus Frankreich: Die Geschichte eines Paares, das gegen die Konventionen der Zeit kämpft. »Ein zauberhaftes Buch über eine unerschütterliche Liebe.« Le Figaro Magazine. Lieblingsbuch der Buchhändler*innen in Frankreich. Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt.

»Über manches, was uns fehlt, kommen wir nie hinweg.« Im großen Spiel des Schicksals hat Mimo – Michelangelo Vitaliani - die falschen Karten gezogen. In Armut geboren, wird er als kleiner Junge zu seinem Onkel nach Italien gegeben, um das Handwerk eines Bildhauers zu erlernen. Dort, in dem kleinen ligurischen Dorf Pietra d’Alba, begegnet er Viola, Tochter aus gutem Hause und jüngstes Kind der Orsinis, einer angesehenen Adelsfamilie. Viola scheint vom Glück begünstigt zu sein, doch sie ist eine junge Frau, die nicht in die Zeit passt. Sie will »fliegen« - auf eigenen Beinen stehen, aus dem engen gesellschaftlichen Korsett ausbrechen, das für eine Frau ihres Standes nur die Ehe vorsieht. Von ihrer ersten Begegnung an durchleben Viola und Mimo Seite an Seite die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, den Aufstieg des Faschismus und die Unruhen der Weltkriege. Er, der ungewöhnlich kleine Bildhauer, wird ein von der Elite gefeierter Künstler; sie versucht unermüdlich, ihre Träume als emanzipierte Frau zu verfolgen. Beide werden sich immer wieder verlieren und finden, als Verbündete oder Gegner, ohne ihre Freundschaft jemals aufzugeben. Aber was nützt Mimo aller Ruhm, wenn er Viola am Ende doch ziehen lassen muss?

Ausgabe:
Hardcover, mit Schutzumschlag, 512 Seiten, 13,5x21,5cm
Erschienen am:
01.05.2025
Originaltitel:
VEILLER SUR ELLE
Übersetzung:
Aus dem Französischen von Thomas Brovot
ISBN:
978-3-630-87800-3
Verlag:
Luchterhand Literaturverlag
Originalverlag:
L'Iconoclaste
Lieferstatus:
lieferbar
Jean-Baptiste Andrea

Jean-Baptiste Andrea

Jean-Baptiste Andrea, 1971 in Cannes geboren, ist Romanautor und Filmemacher. Er wurde für »Was ich von ihr weiß« mit dem renommierten Prix Goncourt ausgezeichnet und gilt »in Frankreich als einer der vielversprechendsten Autoren seiner Generation« (DER SPIEGEL). Jean-Baptiste Andrea studierte Politik- und...

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»Die Aufgabe eines Romanciers ist es, den Wahnsinn und das Genie des Menschen zu erkunden.«

1

Warum spielt der Roman in Italien?

Meine Großmutter mütterlicherseits kam in den 1920er Jahren von Italien nach Frankreich, sodass ich mich seit jeher mit diesem Land verbunden fühle. Und ich bin eine Stunde entfernt aufgewachsen und lebe auch noch dort. Italien war irgendwie schon immer Teil meines Lebens. Dort habe ich mit 15 Jahren für mich die Kunst entdeckt. Daher war es nur natürlich, den Roman in Italien anzusiedeln. Nein, nicht natürlich, organisch. Es war nicht das Ergebnis eines intellektuellen Prozesses. Es ist einfach passiert.

2

Wieso hast du die Liebesgeschichte in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gelegt, in die Zeit zwischen den Kriegen?

Ich finde, die Aufgabe eines Romanciers ist es, den Wahnsinn und das Genie des Menschen zu erkunden und in Worte zu fassen. Jeder große Roman zeichnet sich durch ein Gleichgewicht dieser beiden Kräfte aus: Genie und Wahnsinn. Mimo und Viola, meine Helden, haben mir ihr Genie geschenkt, ihre Geschichte. Den Wahnsinn habe ich in der Epoche selbst gefunden, mit dem Aufstieg des Faschismus zwischen zwei Weltkriegen.

3

Was fasziniert dich an der Figur von Mimo?

Mimo ist mir in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich: unbeholfen, manchmal nervig, ungeduldig, er kann dumm und selbstzerstörerisch sein, aber letzten Endes will er lernen und sich verbessern. Er geht auf Abstand zu den Menschen, bis auf die, die sehen können, wer er wirklich ist, und die sich nicht abwimmeln lassen. Dann werden sie für immer Freunde sein und zusammenwachsen. Die wichtigste Eigenschaft von Mimo ist, dass er Fehler hat, wie wir alle. Ich wollte nicht, dass er ein Klischee ist.