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Was inspirierte Sie zu diesem Roman?

Ich habe mich während der Coronazeit, als ich oft fassungslos darüber war, welche geringe Bedeutung Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen zugebilligt wurde, das erste Mal ausführlich mit der Kinderrechtsbewegung befasst: Seit dem 19. Jahrhundert setzte sich diese für den Schutz, die liebevolle Behandlung und die Bildungschancen aller Kinder ein. Rasch stieß ich auf drei beeindruckende historische Frauen, über die man m.E. viel zu wenig weiß. Mein Roman setzt sich zum Ziel, sie zu würdigen – gewidmet ist er aber allen, die sich bis heute für Kinder und deren Rechte stark machen.
 

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Bitte fassen Sie in wenigen Sätzen Ihr aktuelles Buch zusammen:

In meinem Roman stehen drei Frauen im Mittelpunkt, die tatsächlich gelebt haben und die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Kinderrechtlerinnen einen Namen machten.
Emma Döltz war eine überzeugte Sozialistin, die die ersten Kinderschutzkommissionen ins Leben rief, um Kinderarbeit einzuschränken. Clara Grunwald war eine glühende Reformpädagogin, die die Deutschen mit den Ideen von Maria Montessori vertraut machte und die ersten Kinderhäuser gründete. Und Eglantyne Jebb hat sich nicht nur als Gründerin von Save the Children einen Namen gemacht – die erste international agierende Organisation, die sich ausschließlich für in Not geratene Kinder stark macht. Sie trieb auch die Genfer Erklärung von 1924 voran, als zum ersten Mal universelle Kinderrechte verkündet wurden.
Verknüpft werden die Schicksale dieser Frauen mit der Geschichte der fiktiven Familie Albrecht, die wir ein halbes Jahrhundert lang begleiten.

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Was bzw. welche Szene darin war am schwierigsten zu schreiben?

Die Kinderrechtlerinnen, die sich in meinem Roman so energisch für das Wohl von Kindern einsetzen, tun das nicht zuletzt, weil es unendlich viele Missstände gab, die es zu bekämpfen galt: Kinderarbeit, Ausbeutung, Armut, brutale Erziehungsmethoden, Krieg. Insofern musste ich viele Szenen schreiben, in denen das Leid von Kindern thematisiert wird. Das fiel mir, insbesondere weil ich selbst Mutter bin, sehr schwer. Umso wichtiger war mir, dass sich vieles am Ende doch zum Guten wendet, eben weil es diese starken Frauen gibt.

Ein kurzer Gruß, an Ihre Leser*innen:

Liebe LeserInnen!
Kinder sind die Zukunft einer jeden Gesellschaft und zugleich ihre verletzlichsten Mitglieder. Ihrem Schutz, ihrem Wohl, ihren Bedürfnissen sollte vor allem in Krisenzeiten oberste Priorität eingeräumt werden. Das war und ist leider nicht immer so – umso wichtiger sind Menschen, die sich dafür starkmachen. Dazu gehören auch die drei Heldinnen, von denen ich in meinem Roman erzähle: Emma, Clara und Eglantyne. Auch ihretwegen erreichte die Kinderrechtsbewegung vor hundert Jahren einen wichtigen Meilenstein: 1924 wurden mit der „Genfer Erklärung“ zum ersten Mal universelle Kinderrechte verkündet.
Diese Kinderrechte sollten mehr als nur ein frommer Wunsch sein, nämlich ein Versprechen, das wir jeden Tag aufs Neue einzulösen versuchen.
Ich wünsche Ihnen berührende und aufwühlende, nachdenkliche und informative Stunden mit meinem Roman!
Herzlich,
Ihre Julia Kröhn

Papierkinder

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Berlin 1874: Im Armenhaus von Steglitz retten zwei Mädchen einen vernachlässigten Säugling vor dem Hungertod. Obwohl sie in einer harten, mitleidslosen Welt aufwachsen, eint sie die feste Überzeugung, dass jedes Kind wertvoll ist. Es ist der Beginn einer tiefen Freundschaft – und zugleich einer Bewegung, die unermüdlich Verständnis und Liebe, Respekt und Schutz für Kinder einfordert. Mutige, tatkräftige Frauen schließen sich ihr an. Und sie alle sind erst am Ziel, als 1924 in der Schweiz ein ganz besonderes Papier unterzeichnet wird: die erste Kinderrechtserklärung.

Der Sozialistin Emma Döltz, der Montessori-Lehrerin Clara Grunwald und der Wohltäterin Eglantyne Jebb ist es zu verdanken, dass 1924 die »Genfer Erklärung« verabschiedet wurde – die Grundlage für die UN-Kinderrechtskonvention von 1989.

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