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Eva-Maria Schnurr (Hrsg.), Frank Patalong (Hrsg.)

„Deutschland, deine Kolonien“

Geschichte und Gegenwart einer verdrängten Zeit
Ein SPIEGEL-Buch

(6)
Hardcover
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Das historische Erbe einer verdrängten Zeit

Deutschland – eine Kolonialmacht? Die Legende von der zaghaften kleinen Möchtegern-Kolonialmacht, die sich zivilisierter betragen hat als andere, kommt allmählich ins Wanken. Und das zu Recht, denn das deutsche Kaiserreich beutete kolonisierte Länder in Afrika, in China oder der Südsee nicht weniger gierig und gewalttätig aus als andere Kolonialmächte.

Dieses Buch zeichnet den deutschen Kolonialismus von den Anfängen nach und bietet anhand eindrücklicher Zeitzeugenberichte und Abbildungen Einblicke in den Alltag in den kolonisierten Ländern. Vor allem aber zeigt es, wie andauernd die Folgen des deutschen Kolonialismus zu spüren sind und warum eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Epoche überfällig ist.


Hardcover mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit Abbildungen
ISBN: 978-3-421-07002-9
Erschienen am  16. May 2022
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Deutschland, deine Kolonien | Herausgegeben von Eva-Maria Schnurr und Frank Patalong

Von: Textopfer

19.03.2023

Deutschland, deine Kolonien | Herausgegeben von Eva-Maria Schnurr und Frank Patalong Erschienen bei DVA/Penguin Random House (Rezensionsexemplar) Der Versuch einer Geschichte der wenigeren Schuld Deutschland sah sich lange, lange Zeit – aufgrund seiner Geschichte als verspätete Nation auch - als eine verspätete Kolonialmacht, d.h. mit weniger Verantwortung. Bei diesem Thema verwies man gerne auf die anderen europäischen Mächte, wie England, Frankreich, Portugal, etc. Zwar stimmt es, dass das Deutsche Reich erst später Kolonien bildete, jedoch beginnt nicht erst dann die Geschichte eines deutlichen Kolonialdenkens – nicht erst als man seinen „Platz an der Sonne“ hatte! Und vor allem war dieses deutsche Sendungsbewusstsein nicht minder rassistisch, grausam und menschenverachtend in seiner Vorgehensweise, seinem Handeln und Konsequenzen als das der anderen Europäer. Schnurr und Patalong haben mit dem Werk „Deutschland, deine Kolonien“ ein Werk herausgegeben, das geschickt deutlich macht, wie wenig Deutschland sich dieser Geschichte gestellt hat und das gleichzeitig auch die heutigen Konsequenzen klar macht: Nämlich, dass auch im modernen Exkurs in unserer Gesellschaft, diese Haltung noch immer zu Verhalten und Äußerungen führt, die von einem verdrängten Rassismus geprägt sind. Und die Geschichte ist größer als vielen klar ist! Bereits 1529 landeten die ersten Vorboten späterer deutschen Kolonialbestrebungen an der Küste Venezuelas, um im Auftrag der Augsburger Kaufmannsfamilie Welser den berühmten Goldreichtum der neuen Welt aufzufinden. Im Weiteren wird deutlich, wie deutsche Kaufleute über Jahrhunderte in den Sklavenhandel, dem „Dreieckhandel" Europa, Afrika, Amerika, verwickelt waren. An diesen - und vielen anderen schrecklichen - Beispielen, zeigt sich immer mehr, dass die Verantwortung der Deutschen weitaus größer ist als das oft alleinig genannte, brutale und menschenverachtende Handeln gegenüber den Hereros im Januar 1904. Eines der Highlights im Buch ist die Darstellung einiger Afrikaner, die von den Deutschen erwählt wurden, um Priester zu werden. Ihre Briefe in ihre Heimat, während ihrer Ausbildungszeit im Deutschland, zeigen als beeindruckende Quellen unverfälscht einmal den Blick der afrikanischen Bevölkerung – wie sie behandelt wurden, wie die gedemütigt wurden. Und vor allem, wie die kluge Beobachtung der jungen Afrikaner die christliche Doppelmoral der Deutschen entlarvte. Spannend und wichtig sind diese authentischen Berichte vor allem hinsichtlich des übermächtigen Anteils deutscher schriftlicher Quellen aus dieser Zeit. Nach wie vor ein schreckliches Exempel für Rassismus und wahrscheinlich wie eine Metapher dafür, ist die Ausstellung von Indigenen Menschen in Shows und Zoos im 19. Jahrh. Dies zeigt deren totale Entmenschlichung hier in Deutschland und den schrecklichen Voyeurismus, der dieses Phänomen begleitete. Ein wichtiges Buch für Deutschland Das Buch wurde – wie eingangs erwähnt – von Eva-Maria Schnurr und Frank Patalong herausgegeben. Es ist das Ergebnis eines sehr großen Teams von Spiegelautoren. Verschiedene Autoren heißt nicht nur verschiedene Sichtweisen, sondern verschiedene Formen und Herangehensweisen. So wechseln sich z.B. historische Darstellungen einzelner Aspekte, kleine Anekdoten, Glossarteile oder auch Interviews mit interessanten Fachleuten unserer Zeit locker ab. Somit geht das Buch nicht chronologisch vor, sondern nähert sich dem Thema mal historisch, mal kultur-historisch, mal soziologisch, mal mit aktuellen Bezügen und mehr. Das Buch zeigt so, wo es herkommt: Aus dem Journalismus! Und das macht es abwechslungsreich, vielseitig, frisch und modern. Das tut vor allem der Sicht auf das vielschichtige Thema gut. Alles in allem ein kurzes, aber sehr weitumfassendes Werk, das das Thema der deutschen Kolonien als Geschichte des deutschen Rassismus gut umreist - das zeigt, dass es noch immer viel aufzuarbeiten gibt, da Deutschland sich bisher dieser Geschichte nur sehr halbherzig gestellt hat.

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guter Ansatz zur Aufarbeitung

Von: meine.literaturliebe

16.02.2023

Deutscher Kolonialismus wurde lange Zeit aus und von der Gesellschaft verdrängt. Nach vielen Meinungen war die Kolonialzeit im Vergleich zu anderen Mächten recht kurz und damit humaner. Besetzte Gebiete in China, Namibia, Tansania, Kamerun und weiteren Staaten in Afrika wurden gar mit Entwicklungshilfe begründet. Diese Verharmlosung führt sicherlich dazu bei, dass die Kolonialgeschichte bis heute nicht vollständig aufgearbeitet wurde. Das Buch eignet sich insbesondere zum Einstieg und für Jugendliche. In kurzen Beiträgen und Interviews wird ein grober Einblick in die Kolonialzeit vermittelt. Genozid, Forschung von Medizinern wie etwa Robert Koch aber auch Raubkunst, die bis heute in deutschen Museen liegen, sind nur ein paar Beispiele der Betroffenen. Die einzelnen Kapiteln habe ich unterschiedlichen wahrgenommen. Zu einigen Themen habe ich mir mehr, zu anderen weniger Informationen gewünscht. Im Ganzen vermittelt das Buch aber einen interessanten (ersten) Eindruck und ist ein guter Ansatz zur Aufarbeitung.

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Vita

Eva-Maria Schnurr, geboren 1974, ist seit 2013 Redakteurin beim SPIEGEL und verantwortet seit 2017 die Heftreihe SPIEGEL Geschichte. Zuvor arbeitete die promovierte Historikerin als freie Journalistin, unter anderem für Zeit und Stern. Sie ist Herausgeberin zahlreicher SPIEGEL-Bücher. Zuletzt erschienen »Die Welt des Adels«, »Deutschland in den Goldenen Zwanzigern«, »Das Geheimnis des Erfolgs« (alle 2021) und »Deutschland, deine Kolonien« (2022).

Zur Herausgeberin

Frank Patalong, geboren 1963, studierte Publizistik, Anglistik und Politik in Münster und Bochum. Er begann seine Karriere als freier Journalist bei Hörfunk und Zeitung. Ab 1995 arbeitete er beim Medienfachverlag Rommerskirchen, von 1999 bis 2011 war er Leiter der Netzwelt von SPIEGEL ONLINE. Patalong veröffentlichte mehrere Bücher, unter anderem zur Technik- und Wissenschaftsgeschichte. Seit 2019 ist er Redakteur bei SPIEGEL Geschichte, wo er mit Vorliebe Themen zur Sozialgeschichte betreut.

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