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Simon Winder

Herzland

Eine Reise durch Europas historische Mitte zwischen Frankreich und Deutschland

(3)
Hardcover
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"Weird and wonderful" (Sunday Times): Ein unterhaltsamer Trip durch Europas Herzland

Zwischen Amsterdam und Zürich, entlang des Rheins, erstreckt sich Europas Herzland – von Kaisern begehrt, von Armeen umkämpft, von Dichtern gepriesen. Wer Europa verstehen will, muss die Geschichte dieser Region kennen: den ständigen Zwist zwischen großen und kleinen Mächten, den Kampf zwischen Vereinheitlichung und trotziger Selbstbehauptung. Nicht zufällig befinden sich alle Institutionen der EU in der Region, die das Schicksal des Kontinents wie kaum eine andere widerspiegelt. Wunderbar leicht und höchst eigenwillig erzählt Simon Winder von diesem Herzland, mit all seinen Sonderbarkeiten voller Kultur, Schönheit und Schrecken: von Waterloo bis Verdun, von Asterix bis zu den Nibelungen, von Rubens bis Karl Marx, von Gouda bis zum Edelzwicker.

»Winder versteht es, die Andersartigkeit des Vergangenen zu zeigen, ohne es exotisch wirken zu lassen. Der Leser lernt hier etwas: eine Form des Respekts, die der historischen Selbstkritik dienen kann.«

Süddeutsche Zeitung (13. October 2020)

Aus dem Englischen von Nathalie Lemmens
Originaltitel: Lotharingia
Originalverlag: Picador
Hardcover mit Schutzumschlag, 560 Seiten, 15,0 x 22,7 cm, 15 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-8275-0089-2
Erschienen am  31. August 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Augenöffnend

Von: KRAUTJUNKER

06.02.2024

Simon Winders 2010 erschienener Titel Germany, oh Germany: Ein eigensinniges Geschichtsbuch fiel mir seinerzeit in Rezensionen sehr positiv auf. Wie die meisten Leser stehe ich mit meinem begrenzten Zeitbudget vor dem Dilemma, einfach nicht alles lesen zu können, was mich interessieren könnte und nahm etwas selbstgefällig an, in Sachen Deutscher Geschichte nichts grundsätzlich Neues erfahren zu können. 2014 erschien Kaisers Rumpelkammer: Unterwegs in der Habsburger Geschichte, welches im Sommer 2015 las. Ich wurde 1970 in Nordrhein-Westfalen geboren und von der Geschichte Österreichs bzw. Österreich-Ungarns erfuhr ich nur wenig im Schulunterricht. Mein Bild der österreichischen Geschichte wurde durch die beeindruckenden Bücher von Joseph Roth (* 2. September 1894 in Brody, Österreich-Ungarn; † 27. Mai 1939 in Paris) und Stefan Zweig (* 1881 in Wien; † 1942 Petrópolis, Brasilien) geprägt. Später las ich das großartige Venedig, Wien und die Osmanen: Umbruch in Südosteuropa 1645-1700 von Ekkehard Eickhoff (* 1927 Berlin; † 2019 in Bonn), welches bei der Lektüre einen spannenden Überblick über einen relativ kleinen Zeit- und Raumausschnitt in Südosteuropa schenkt. Simon Winders sehr persönliche Art, in Kaisers Rumpelkammer mit seinen Texten ein plastisches Bild der historischen Habsburger-Reiche mit ihren Bezügen zur Gegenwart zu malen, haben mich gleichermaßen amüsiert wie intellektuell beeindruckt. Das Buch sprach mich aus dem gleichen Grund an, aus dem ich Nature Writing liebe. Ich speichere einfach viel aufmerksamer Fakten ab, wenn sie mit Anekdoten, persönlichen Erlebnissen und klugen Witzeleien verbunden werden. Nüchterne Naturen können dies auch als Anbiederung oder überflüssigen Quatsch und fehlende Wissenschaftlichkeit empfinden. Ich schätze den menschenfreundlichen Humor des Historikers sehr. Sein Startvorteil ist, dass er ein britischer Katholik ist, der auf protestantischen Schulen war. Dies erlaubt es ihm, beide Dimensionen des christlichen Lebens zu verstehen, die Europa formten und von denen auch zeitgenössische Atheisten geprägt sind, selbst wenn ihnen der Gedanke fremd sein mag. Wenn sich linke Atheisten auf die Straße kleben und Bußabgaben fordern, um das Weltklima zu retten, stehen (oder besser sitzen) sie in der Tradition mittelalterlicher Bußprozessionen, die auch so ähnlich am Ende des Mittelalters in Lothringen stattfanden. „Die verwaisten Altäre sind von Dämonen bewohnt“, kommentierte Ernst Jünger ähnliche Ereignisse, denn der Glaube an Gott und die ihn vertretenden Kirchen wurde bei vielen Zeitgenossen abgelöst von dem Glauben an den allmächtigen Staat mit seinen Parteien. Weiterhin wurde Winder als Brite davon verschont, von dem neurotischen Selbsthass auf die eigene Kulturnation kontaminiert zu werden, der zur Zeit allzu oft deutsche Redaktionen und Hochschulen prägt. Er kommt von außen und steht einfach über den Dingen, in denen wir stecken. So schön und wichtig die historische Mitte Eurpas ist, welche sich zwischen Amsterdam und Zürich entlang des Rheins erstreckt, so wenig wissen die meisten von uns über sie. Der Fokus richtet sich zumeist auf die großen Blöcke Frankreich und Deutschland. Nach mehreren kulinarischen Ausflügen in die Region, wie Burgund: Faisan au vin rouge, wuchs in mir der Appetit nach einem Geschichtsbuch und ich erwarb Herzland. Gegenstand des Buches, welches im englischen Originaltitel Lotharingia: A Personal History of Europe’s Lost Country heißt, ist ein Gebiet, welches 843 n.Chr. entstand, als die Enkel Karl des Großen das Frankenreich aufteilten. Lothar I. erhielt einen lang gezogener Streifen, der von Friesland bis in die Provence und nach Italien reichte und zu dem auch die Kaiserstadt Aachen gehörte. Dieses unübersichtliche Reich wurde nach seinem Tod abermals zwischen seinen Söhnen aufgeteilt. Der Älteste erbte Norditalien, der Jüngste die Provence und der Mittlere, Lothar II., das Gebiet, das von nun an seinen Namen tragen sollte: , das Reich Lothars. Heute sind es die Niederlande, Belgien, Luxemburg. Ebenso die rechtsrheinischen deutschen Gebiete, Lothringen, Elsass, Burgund und die nördliche Schweiz. Das Herzland war Schauplatz zahlreicher Ereignisse, welche die europäische Zivilisation prägten, denn hier entzündete sich der mitteleuropäische Geist in Kultur, Technik, Wirtschaftsleben und Kriegen. [Abbildung mit Text eingefügt.] »Viele der politischen Gebilde, die hier beschrieben werden, existierten jahrhundertelang mit einer Robustheit und langfristigen Selbstverständlichkeit, die ihnen eine unhinterfragte Akzeptanz verliehen. Wir mögen heute über das Herzogtum Bar lachen, das auf der Karte aussieht, als hätte jemand eine Handvoll Frühstücksflocken verschüttet, doch es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass den vielen Generationen, die dort einst lebten, die offenkundige Lebensunfähigkeit ihres Ministaates peinlich gewesen sei – zumindest nicht bis zum 18. Jahrhundert. Die alte Reichsabtei Prüm, deren einziger nennenswerter Schatz die – ziemlich abgelatschten Sandalen Christi waren, die sie von Pippin, dem Vater Karls des Großen erhalten hatte, bewahrte über Jahrhunderte hinweg ihre Eigenständigkeit, lockte mit erstaunlichem Erfolg einen schier endlosen Strom von Pilgern an und büßte ihren Status erst ein, als die Region von Napoleon überrannt wurde. [Abbildung mit Text eingefügt.] In jeder Epoche gehen die Menschen davon aus, dass sie selbst in einer vernünftigen Ordnung leben, und blicken voller Mitleid auf die politische Dummheit früherer, weniger zivilisierter Zeitalter (Das Buch entstand vor der desaströsen Ampel-Koalition…). Wir wachsen unter bestimmten Umständen auf und halten diese für naturgegeben.« Der Cheflektor des englischen Verlags Penguin bereist seit vielen Jahren diese Region nicht nur in Bibliotheken und am Schreibtisch, sondern durchaus persönlich und verfügt über feine Antennen, um die Vielschichtigkeit aus der unsere Geschichte ganzheitlich in sich aufzunehmen. So erzählt er davon, wie er in Ostende aus dem Zug stieg: »ich bemerkte, dass ich unbewusst in einen leicht wiegenden Gang verfallen war«. Aber als er zum Himmel aufschaute, um zu sehen, ob ein Sturm aufziehe, und dann nach einem Bistro schaute, um dort vielleicht »einen Humpen zu leeren«, da wurde ihm klar, dass »ich wieder einmal meiner übertrieben starken Beeinflussbarkeit zum Opfer gefallen war und schon der Anblick von ein paar Fahnen, Möwen und Booten dafür gesorgt hatte, dass ich mich absurderweise für eine Art Seemann auf Sauftour hielt.« Gehört er auch zu den Reisenden, die sich von der Atmosphäre eines Ortes packen lassen, ist er doch auch ein großer Gelehrter, der sich von der Geschichte und ihren Geschichten tief bewegen lässt. Bei allen Witzeleien und Anekdoten wird er von dem ernsthaften Wunsch getrieben, seine neuzeitliche britische Persönlichkeit verblassen zu lassen, in die Lebenswelten vergangener Jahrhunderte einzutauchen und mit Lust von ihr zu erzählen. »Im Freiburger Münster gibt es so viele großartige Dinge zu sehen, dass es fast einer Beleidigung gleichkommt, es jemals wieder zu verlassen.« So beschreibt er lebendig einen Fries des Freiburger Münsters, zwei Episoden aus der Geschichte vom Wolf Isegrim, und rühmt ihre Entstehungszeit, das Hochmittelalter, die »in vielerlei Hinsicht aufregendste, fröhlichste und unterhaltsamste Epoche in der gesamten europäischen Geschichte«. Ob dies wirklich so war, vermag ich nicht zu beurteilen, aber vor seiner Begabung die Geschichte mit Breitbandzugang aufzusaugen würde ich meinen Säbel senken, wenn ich nicht nur ein Kochmesser besäße. Simon Winder versteht es mit seiner persönlichen Mischung aus profunder Bildung und menschenfreundlichem Witz die Andersartigkeit des Vergangenen zu zeigen und frühere Lebensformen verständlich zu machen. Zum Schluss bemerkt er sehr sympathisch und weise: »Herzland hätte ohne Weiteres doppelt so umfangreich werden und vollkommen gegenteilige Thesen zu den hier vorgebrachten vertreten können.« Was nach der geistigen Reise durch vergangene Länder und Zeiten bleibt, ist die Erkenntnis, dass auch unsere Epoche in vielerlei Hinsicht nicht viel rationaler als die Vorangegangenen ist und spätere Generationen amüsiert ihre Köpfe über uns Altvordere schütteln werden.

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Anekdoten lassen Geschiche lebendig werden

Von: Karl-Heinz Hänel

01.02.2021

Wer Europa verstehen will, muss die Geschichte dieser Region kennen. In seinem Buch Herzland erzählt Simon Winder locker und von allerlei Anekdoten beseelt, was sich bisher so zwischen Frankreich und Deutschland ereignet hat, bis ins 21. Jahrhundert. Das Buch ist rein äußerlich schon gewaltig, vermutet man bei dem Covermotiv doch zunächst eine Taschenbuchausgabe. Dann hält man ein Buch, ein knappes Kilo schwer, 16 x 23 cm groß, in Händen, gefüllt mit 558 Seiten. Erst einmal angefangen, mag man es nicht wieder aus der Hand legen. Geschichte kann ja so unterhaltsam sein und eine Prise britischen Humors steckt auch drin. Man kann auch willkürlich die Inhaltsangaben der 14 Kapitel nach ewas für sich selbst interessantem durchforsten und wird fündig. So traf ich beim durchblättern beispielsweise auf die Feststellung:“Die Schweiz hat den Tourismus praktisch erfunden…“ So bunt wie die Geschichen des Simon Winder, so passend kommt das Titelmotiv daher.

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Vita

Simon Winder, geboren 1963 in London, ist Cheflektor des englischen Verlags Penguin Books. Dort betreut er unter anderem die Bücher vieler bedeutender Historiker. 2010 erschien sein Bestseller »Germany, oh Germany: Ein eigensinniges Geschichtsbuch«, 2014 »Kaisers Rumpelkammer: Unterwegs in der Habsburger Geschichte« (Neuausgabe unter dem Titel »Die Habsburg-Saga«), 2019 folgte »Herzland. Eine Reise durch Europas historische Mitte zwischen Frankreich und Deutschland«.

Zum Autor

Nathalie Lemmens

Nathalie Lemmens, geboren 1976, stammt aus dem deutschsprachigen Teil Belgiens. Sie studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und übersetzt seitdem aus dem Französischen, Englischen und Niederländischen, u.a. Jean-Christophe Rufin, Adam Zamoyski und Gustaaf Peek.

Zur Übersetzerin

Pressestimmen

»Winder erinnert an gemeinsame Wurzeln, die tiefer reichen als die nationalstaatlichen Bildungen der Gegenwart. In Brexit-Zeiten ist das ein bemerkenswerter britischer Beitrag.«

Deutschlandfunk „Andruck" (30. November 2020)

»Für ›Herzland‹ sammelt Winder unterhaltsam amüsantes Material aus Europa, darin eingestreut persönliche Anekdoten.«

Neues Deutschland (09. September 2020)

»Winder wimmelt herum, geografisch und historisch. Sprunghaft, auf dem Sprung, springlebendig. Es ist eine, wie im Original untertitelt, Personal History – very special.«

Der Freitag (15. October 2020)

»Einerseits schreibt Winder überaus kenntnisreich und lässt uns an seinem enormen Bildungsfundus teilhaben. Andererseits ist er Brite genug, um seine Geschichten mit hintergründigem Humor und Anekdoten zu würzen, sodass es niemals fade wird.«

Focus Online (24. November 2020)

»Winder hat die Gabe, trockene Geschichte in kurzweilige Geschichten zu verwandeln. Am liebsten hätte man den Autor bei seiner eigenen nächsten Reise an seiner Seite.«

Weltwoche (03. February 2021)

»Winder verwebt die großen Linien der Historie mit persönlichen Eindrücken zahlloser Reisen und jeder Menge Anekdoten. Das liest sich sehr unterhaltsam und wer sich nicht mit sämtlichen Wendungen der mitteleuropäischen Geschichte bis ins letzte Detail auskennt, wird einige Überraschungen erleben.«

Nordsee-Zeitung (12. October 2020)

»Winders Buch lädt ein, sich in seine Erzählungen zu vertiefen. Was ziemlich leicht fällt, denn der Ton, in dem hier europäische Geschichte, genauer: Geschichten ausgebreitet werden, ist launig und dennoch von erstaunlich suggestiver Kraft.«

Badische Zeitung (29. December 2020)

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