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Rezensionen zu
Lexicon

Max Barry

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Lexicon von Max Barry Hallo zusammen Seit langem habe ich mal wieder zu einem Thriller gegriffen und habe es nicht bereut. Wie mir Lexicon gefallen hat, erfahrt ihr in diesem Blogpost. Lexicon von Max Barry Seiten: 464 Verlag: Heyne Verlag Genre: Thriller Lexicon von Max Barry - Bewertung: 4 Sterne Klappentext Worte sind Waffen Wil Parke ist ein einfacher Zimmermann. Oder zumindest glaubt er das. Bis er auf einer Flughafentoilette in Portland von zwei Männern angegriffen wird. Sie behaupten, er sei der Schlüssel in einem geheimen Krieg, ein »Ausreißer«, immun gegen die Kraft der Worte. Sie zwingen ihn mitzukommen in die Geisterstadt Broken Hill, deren gesamte Bevölkerung bei einem Chemieunfall vor zwei Jahren ausgelöscht wurde. Dort soll ein mächtiges Artefakt verborgen liegen, das den Krieg ein für alle Mal beenden könnte. Doch der Feind ist ihnen bereits auf den Fersen ... Meine Meinung Dieser Thriller handelt von der Macht der Worte und wie sie von Menschen gegen Menschen eingesetzt werden kann. Zentraler Punkt in der Geschichte ist die "Organisation", die Menschen auf ihrer Akademie in Manipulation ausbildet. Dabei werden Menschen verschiedenen Persönlichkeitssegmenten zugeordnet. Je präziser dieses Segment bekannt ist, desto beeinflussbarer ist dieser Mensch. An hand von aneinander gereihten Silben oder Buchstaben machen sich die sogenannten "Dichter" ihre Opfer zu willenlosen Marionetten, die nicht einmal davor zurück schrecken, sich selbst umzubringen. Sprache & Schreibstil Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Der Sprung zwischen den Zeiten geschieht innerhalb eines Kapitels und wird optisch nur durch Absätze getrennt. Daran musste ich mich zu Beginn erst gewöhnen und an manchen Stellen hat mich das ehrlich gesagt verwirrt, vor allem zum Ende hin. Allerdings gelingt es dem Autor trotzdem eine schlüssige Geschichte zu erzählen. Cover Das Cover ziert ein typografisches Design, welches in schwarz/grau und gelb gehalten ist. Da ich ein Fan von Typo bin, muss ich sagen, dass es mir wirklich gut gefällt. Es greift das Spiel mit Worten und Buchstaben auf, was den Inhalt wiederum unterstreicht. Protagonisten Davon haben wir zwei an der Zahl. Wil Parke, mit dessen Entführung die Geschichte beginnt und Emily Ruff, die wir als Strassenkind kennenlernen, das sich mit Taschenspielertricks über Wasser hält und den Menschen mit ihrem manipulativen Talent das Geld aus der Tasche zieht. Emily's Talent wird von der "Organisation" entdeckt und wird auf der Akademie ausgebildet. Die Geschichten der beiden Protagonisten sind zu Beginn nicht verbunden. Dies ändert sich aber im letzten Drittel des Buchs. Was hat mir gut gefallen? Der Einstieg beginnt rasant und nimmt den Leser in einem angenehmen Tempo mit auf Wil's Reise. Dabei hat man genau die richtige Mischung an Spannung und erhält nicht zu viele Informationen um zu spekulieren, wie die Geschichten der Protagonisten miteinander verknüpft sind. Die beiden Handlungsstränge laufen recht lange nebeneinander, wenn auch nicht in der selben Zeitebene. Die Auflösung erhält der Leser im letzten Drittel, was ich völlig in Ordnung fand. Die Spannung blieb stets erhalten. Das gefügig machen anderer Menschen, um sie für den eigenen Zweck zu nutzen ist nichts Neues. Dass dies aber nur mit Worten geschieht, war für mich allerdings schon ein Novum. Mit diesem Buch schafft Max Barry eine faszinierende Welt, der es nicht an Spannung und Menschlichkeit fehlt. Viel Spaß beim Lesen! Janine

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Wortwaffe

Von: ralfreitze

07.05.2015

Bist Du ein Hund- oder Katzenfreund? Was ist Deine Lieblingsfarbe? Warum hast Du es getan? Was wie ein abgewandeltes Monty-Python-Frage- und Antwortspiel klingt, um über die Brücke zu kommen (für Uneingeweihte, enthalten in dem Film 'Ritter der Kokusnuss') sind Sondierungsfragen, die dazu dienen, einen Menschen in ein Segment einzuteilen. Wer das Segment eines Menschen kennt, kennt auch die Worte, um ihn zu infiltrieren und gefügig zu machen. Dieser Wortevoodoo ist keine Magie oder Superkraft, nein, die Grundlagen muss jeder ausgewählte Proband in den Laboratorien des Instituts lernen. Emily Ruff, sechzehn Jahre alt und ohne Schulausbildung, von zu Hause ausgerissen, verdient sich ihr Geld mit Kartentricks auf der Straße. Sie beeinflusst Menschen, sie bringt sie dazu, mit ihr zu spielen und versucht je nach Art der Mitspieler ihre Tricks anzubringen. Dadurch fällt sie der Organisation auf, die sie rekrutieren möchte. Doch halt, geht es nicht eigentlich um Wil Parke, den unbescholtenen Zimmermann der von zwei Männern am Flughafen entführt und in einem Tohuwabohu aus kaputten Autos und Toten zu Eliot gebracht wird. T.S.Eliot, der Dichter? Ja genau der, und der sucht Virginia Woolf. So undurchsichtig und verworren der Anfang ist, er macht Lust auf mehr, Lust auf Erklärung, und Max Barry versteht das Handwerk des Thrillers sehr gut. Geschickt springt er in den Zeiten und Orten hin und her, der Leser weiß lange nicht, welcher Strang der Geschichte nun die Gegenwart ist, welcher retrospektiv berichtet. Natürlich ist der Part des Bösewichts und des Guten nicht ganz klar. Es geht - ja um einen kleinen Ort in Australien, Broken Hill, in dem plötzlich alle Bewohner verrückt gespielt haben, oder war es doch ein Grubenunfall wie die Zeitung schrieb? Aber in Broken Hill hat alles begonnen, und so wird der Leser nach und nach in die verzwickte Geschichte eingeführt. Max Barry führt sich nicht als allwissender Erzähler auf, er bleibt bei den Hauptpersonen und erzählt deren Puzzlestück der ganzen Geschichte. Und so nach und nach ergibt sich ein faszinierendes Gesamtbild. Hat man das Gefühl, man hätte nun genug verstanden und wüsste auf welcher Seite die Charaktere stehen, ändert sich der Kontext. Max Barry versteht es, seine Leser zu packen, seine Grundidee ist hochinteressant, die Segmentierung von Menschen in verschiedene Typen, die auch auf verschiedene Wörter reagieren. Dabei sind Wörter Waffen, die richtig eingesetzt jemanden dazu bringen, sich die Hand in den Mund zu stecken, solange bis er stirbt. Die spannende, örtlich und zeitlich im Zickzack pendelnde Geschichte überdeckt aber auch die blassen Charaktere und die literarisch einfachen Mittel. Auf die Organsiation wird nur in James Bond Manier eingegangen, Organisation = Böse, hat Soldaten. Yeats ist der Mächtige, dessen Hintergünde im Dunkeln bleiben, er dient eher als Platzhalter für den Plot. Nichtsdestotrotz ist Max Barry ein atemloser interessanter Thriller gelungen, dessen Zutaten manchmal zu roh gerieten. Etwas mehr durchgeköchelt hätte es eine höchst schmackhafte Suppe werden können, so wirkt sie alleine durch die Hitze und die exotischen Zutaten ansprechend.

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Nur ein Wort

Von: Litis

31.03.2015

Eigene Inhaltswiedergabe Wil Parke weiß noch nicht, dass sich sein bisheriges Leben schlagartig ändern wird, als er auf der Flughafen-Toilette von zwei Männern aufgegriffen wird, die merkwürdige Dinge mit ihm anstellen. Sie versuchen herauszufinden, ob er DER EINE ist, dabei weiß Wil absolut nicht, wovon die Männer reden. Eine Flucht ist zwecklos; ab da an ist nichts mehr wie es vorher war und eine Verfolgungsjagd beginnt. Doch nicht er ist der Verfolger, sondern eine Organisation hat es auf ihn abgesehen, die ihn unerbittlich jagt. Bis er seiner Vergangenheit selbst ins Auge blicken muss... Das Cover Von außen ist das Cover recht schlicht gehalten. Der Autorenname und der Titel heben sich optisch vom Buchcover ab und sind ansonsten recht einfach gestaltet. Als Leser des Titels weiß man, dass der Titel "Lexicon" heißt, obwohl das "O" nur ganz klein zwischen dem C versteckt ist. Hier erkennt der Betrachter bereits die Macht der Worte, um die es in diesem Roman gehen wird. Im Hintergrund erkennt man unbekannte Schriftzeichen. Klappt man den Buchdeckel und -rücken auf, befindet sich darin noch eine Abbildung eines Zaunes mit dem Warnhinweis "Sperrgebiet Broken Hill" und einem Totenkopfsymbol daran. Dieses Bild wirkt verheißungsvoll und gruselig zugleich und macht neugierig. Die Story In diesem Thriller geht es um die Macht der Worte und eine Organisation, die damit umzugehen weiß. Diese Organisation verwendet Worte als Mittel, um andere Menschen zu infiltrieren und sie gefügig zu machen. Dabei sind dies keine uns bekannten Worte, sondern es ist eine, für den normalen Betrachter, willkürliche Anordnung von Buchstaben. Das Thema finde ich sehr spannend und auch beängstigend zugleich. Nicht ohne Grund habe ich daher zu diesem Buch gegriffen. Die Idee dahinter ist wirklich gut erdacht und ausgearbeitet. Sie ist außerdem sehr komplex und als Leser muss man ab und an das Bisherige Revue passieren lassen, um die Zusammenhänge zu begreifen. Ich bin der Meinung, das dies ein Buch ist, das man eigentlich noch ein weiteres Mal lesen muss, um alles zu verstehen. Denn erst im letzten Drittel fällt es einem wie Schuppen von den Augen, während der Rest des Buches schon an einem vorbei gezogen ist. Die Charaktere Einer der Hauptcharaktere ist Wil Parke. Er wird von zwei Männern aufgegriffen, die der Meinung sind, dass er derjenige welche ist, nach dem sie suchen. Wil versteht natürlich nur Bahnhof. Doch als die ersten Menschen, unter anderem einer der beiden Männer, sterben, weiß er, dass irgendetwas so gar nicht stimmt und dass er Tom, seinem Kidnapper, wohl oder übel vertrauen muss. Er versteht, dass es eine Organisation auf ihn abgesehen hat, deren Mitglieder sich die Dichter nennen. Für Tom ist es äußerst wichtig, dass Wil sich an seine Vergangenheit erinnert, damit er etwas Schreckliches abwenden kann. Wil hat damit aber seine Probleme, denn ihm ist nicht bewusst, dass er etwas aus seinem früheren Leben verdrängt. Die zweite Hauptperson ist Emily Ruff. Sie lebt anfangs auf der Straße und verdient sich mit Taschenspieler-Tricks ihr Geld. Dann wird sie von einer Organisation "gefunden", die Emily in eine Art Elite-Schule einlädt. Sie schummelt im Eignungstest und kann an der Schule bleiben. Dort erhält sie neben Essen und einem Schlafplatz auch Unterricht in ihr bisher unbekannten Fächern. Sie erlernt die Bedeutung und Macht der Worte. Da Emily aber schon immer Probleme mit dem Anpassen hatte, gerät sie schnell in Schwierigkeiten. Der Schreibstil Max Barry springt in seinem Thriller häufig von einer Zeitebene in die nächste, ohne das Kapitel zu wechseln. Die Sprünge sind nur durch Absätze voneinander getrennt und müssen dem Leser erst bewusst werden. Am Anfang fiel dies noch leicht und es führte zu den ersten Erkenntnissen. Zum Ende konnte man den verschiedenen Zeitebenen gerade noch so folgen und man musste sich stark konzentrieren. Es fügt sich letztendlich aber alles logisch zusammen. Respekt hierfür. Der Erzählstil ist für mich leider nicht zu 100% flüssig. Zum Einen liegt das natürlich an den Zeitsprüngen und irgendwie stolperte ich häufig beim Satzbau von Herrn Barry. Zwischen den einzelnen Kapiteln fügt der Autor Zeitungsartikel oder Beiträge aus Internet-Foren ein und untermalt damit wunderbar das Geschehene. Dieses Erzähl-Element hat mir gut gefallen. Das Ende Für mich hätte das Ende auf das letzte Kapitel verzichten können. So hat es mich leider eher verwirrt und enttäuscht. Zumindest beim Enttäuschungsfaktor stehe ich vermutlich mit meiner Meinung allein da. :) Für diesen Thriller hätte für mich das Ende ohne das letzte Kapitel einfach besser gepasst. Fazit Ein interessantes und zugleich beängstigendes Thema mit spannenden Wendungen und einem für mich verwirrenden und enttäuschenden Ende.

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Wer Wil was?

Von: wal.li

15.03.2015

Wil Parke weiß nicht, wie ihm geschieht. Auf dem Flughafen stellen zwei Fremde etwas mit ihm an und als er wieder erwacht, erscheint ihm die Welt verrückt. Was wollen die von ihm? Er soll die Welt retten? So ein Quatsch, Wil ist ein einfacher Zimmermann. Er will zu seiner Freundin, die ihn vom Flughafen abholen sollte. Doch auch Cecilia verhält sich eigenartig. Es sieht so aus, als wolle sie ihn in die Hände der Feinde geben. So eben kann Wil entkommen und die beiden Fremden und Wil schaffen es mit knapper Not, das Flughafengelände zu verlassen. Mitten hinein geworfen wird man in die Handlung dieses spannenden Romans. Fast zwangsläufig wirft das zunächst mehr Fragen auf als Antworten gegeben werden. Beschreibungen der einzelnen action geladenen Szenen werden unterbrochen von Zeitungsausschnitten, Internetposts und ähnlichen Veröffentlichungen, die manchmal eine Erläuterung geben und manchmal die Handlung noch rätselhafter machen. Durch die besondere Komposition fesselt das Buch außerordentlich, einmal mit der Lektüre begonnen, macht die Handlung so neugierig darauf wie es weitergeht, dass das Buch fast zu einem ständigen Begleiter wird. Freude bereitet es, wenn sich während des Lesens nach und nach erschließt, was der Autor geplant haben könnte. Einen kleinen Triumph könnte man empfinden, wenn das Rätsel raten, durch die verschachtelte Handlung ausgelöst, hin und wieder durch die Worte des Autors bestätigt wird. Allzu viel soll jedoch nicht verraten werden, um dem künftigen Leser nicht die Freude zu nehmen, selbst in die Story einzutauchen. Jedenfalls ist dem Autor ein hervorragendes Werk gelungen, das von der ersten bis zur letzten Sekunde packt und einen über die Macht der Worte nachdenken lässt.

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