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Rezensionen zu
Die letzte Tür vor der Nacht

António Lobo Antunes

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Große Erwartungen sind allzu oft dazu verdammt, an der Klippe der Realität zu zerschellen. Vielleicht hätte ich das beherzigen sollen, bevor ich Die letzte Tür vor der Nacht von António Lobo Antunes zu lesen begann. Dieser bedeutendste portugiesische Autor der Gegenwart hat mich schon lange interessiert & auch der Plot seines zuletzt auf Deutsch erschienenen Romans klingt vielversprechend. Eine Gruppe von fünf Männern, unter ihnen z.B. ein Anwalt & ein Geldeintreiber, ermorden aus Habgier einen Geschäftsmann & lösen seine Leiche in Säure auf. Auf über 500 Seiten folgen wir nun den verschiedenen Beteiligten in ihre - teils konfusen - Gedanken. Zwischen Erinnerungen an die Tat, beginnend mit der Entführung der Mannes vor den Augen seiner kleinen Tochter, & andererseits einschubartigen Flashbacks in Kindheit oder Jugend der Männer, ihr Begehren, ihre Niederlagen & Traumata, reicht dabei das Spektrum. Unterbewusst verdichtet sich dabei die Angst der Männer vor ihrer Enttarnung, auch wenn sich alle mantraartig vorbeten „Keine Leiche, kein Verbrechen“, während sich die Schlinge der Ermittler immer enger zieht. Das Wahnhafte der Geschichte hat mich dabei beeindruckt, auch sprachlich setzt Antunes dies gut um. Ausgesprochen anstrengend fand ich allerdings die Myriaden an eingeschobenen Sätzen, durch die der Autor zwischen den Zeitebenen springt innerhalb des Gedankenstroms. Gefühlt gibt es keinen einzigen vollständigen, zusammenhängenden Satz in diesem Roman. Eine Lesefluss stellt sich daher nur schwer ein. Selten habe ich ein Buch öfter weggelegt & dazwischen andere Bücher weiterverfolgt. Ein positives Fazit kann ich aber wegen der psychologischen Qualität des Romans ziehen. Der Psychiater Antunes macht hier die Abgründe der Menschen plastisch, was mich begeistern konnte. Für ungeduldige Lesende dürfte das eher kein Trost sein.

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Klappentext : Der Weltliterat António Lobo Antunes wird 80 Jahre alt. Sein neuer Roman ist ein geniales Sprachkunstwerk - eine Reise ins Unbewusste von fünf Männern, die durch ein grausames Verbrechen vereint sind. Ein Geschäftsmann wurde ermordet und sein Körper in Schwefelsäure aufgelöst, um jeden Beweis zu eliminieren. Zu ihrer Verteidigung wiederholen die fünf Angeklagten immer wieder: »Keine Leiche, kein Verbrechen.« Der Autor dringt ins intimste Innere der Verdächtigen vor, er öffnet die Türen zu ihren Kindheitserinnerungen und Traumata, schält allmählich ihre Persönlichkeiten heraus und enthüllt, wie und warum das Verbrechen geschah. Inspiriert von einer wahren Begebenheit, entwirft Lobo Antunes mit seiner unvergleichlichen Sprachkunst die Stimmen von fünf menschlichen Monstern. Der Autor : António Lobo Antunes wurde 1942 in Lissabon geboren. Er studierte Medizin, war während des Kolonialkrieges 27 Monate lang Militärarzt in Angola und arbeitete danach als Psychiater in einem Lissabonner Krankenhaus. Heute lebt er als Schriftsteller in seiner Heimatstadt. Lobo Antunes zählt zu den wichtigsten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. In seinem Werk, das mittlerweile mehr als zwanzig Titel umfasst und in vierzig Sprachen übersetzt worden ist, setzt er sich intensiv und kritisch mit der portugiesischen Gesellschaft auseinander. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den »Großen Romanpreis des Portugiesischen Schriftstellerverbandes«, den »Jerusalem-Preis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft« und den Camões-Preis. Meine Meinung : Antonio Lobo Antunes studierte in Lissabon Medizin und spezialisierte sich auf das Feld der Psychiatrie. Außerdem wird er immer wieder als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt. In dem hier vorliegenden Roman geht es um fünf Männer, die ein abscheuliches Verbrechen begangen. Dem Leser ist von Anfang an bekannt, dass die fünf einen Geschäftsmann ermordet und in Schwefelsäure aufgelöst haben. „ Keine Leiche, kein Verbrechen“, so lautet die Parole der fünf Täter. Wir als Lesererhalten hier eindrückliche und beklemmende Einblicke in das Seelenleben der fünf. Dies spiegelt die jahrzehntelange Erfahrung von Antonio Lobo Antunes als Chefarzt einer psychiatrischen Einrichtung wider. Das Buch besteht aus 25 Kapiteln mit immer wieder wechselnden Erzählebenen. So bekommt der Leser das Psychogramm von jeden einzelnen Täter. Man muss sich mit dem Lesen Zeit nehmen und reflektieren, denn genau das verlangt die Geschichte von uns. Das wird dem Leser spätestens bei den Sätzen klar, die sich über mehrere Zeilen gehen. Für mich war dies ein absolut neues und spannendes Leseerlebnis. Ich vergebe für das Buch 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung. Einen ganz, ganz lieben Dank an die Verlagsgruppe Penguin  Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.

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Es gibt zwar eine brutal ermordete Leiche, aber es handelt sich nicht um einen Krimi! Es verschwindet ein Geschäftsmann in Schwefelsäure und hat sich praktisch aufgelöst, aber das ist nicht der Fokus des Romans. Denn es ist klar wer die Mörder sind. Fünf Männer, die dubioser nicht sein könnten: ein zwielichter Rechtsanwalt und sein Bruder, ein sehr gewissenloser Kräuterhändler sowie zwei Geldeintreiber. Es ist ein fein ausgetüfteltes Psychogram dieser fünf Täter. Die anfängliche Gewalt dient António Lobo Antunes nur als Ausgangspunkt. Vor allem fußt dieser Leichenfund auf einer realen Begebenheit, die sich in der Nähe Portos zutrug. Kein Roman, der sich nebenbei weglesen lies. Ich tat mich etwas schwer, vor allem wegen der Syntax. Oder besser, wegen der fehlenden Syntax. Wenig Satzenden, keine Anführungszeichen, nur Spiegelstriche, wenn gesprochen wird. Dann die doch sehr poetische offene mäandernde Sprache, die volle Aufmerksamkeit bedarf. Das machte mir den Lesefluss nicht sonderlich einfach. Mich hat der Roman „Die letzte Tür vor der Nacht“ gereizt, weil der mittlerweile 80jährige António Lobo Antunes schon des Öfteren genannt wurde als Anwärter auf den Literaturnobelpreis! Der Portugiese hat schon viele Romane geschrieben und dies ist sage und schreibe der 29.! Spannend ist auch, dass er von Hause aus Psychiater ist und lange Zeit als Chefarzt in einer psychiatrischen Klinik arbeitete. Und hier kommen wir zum großen Punkt der Überzeugung dieses Romans. Er ist ein Meister sich in die inneren psychischen Windungen anderer Menschen einzufüllen und zeichnet uns großartige nach in welchem Seelenzustand die Täter sind. Die abwechselnde Erzählperspektive lässt uns komplett eintauchen und wir ergründen sie alle. Und da António Lobo Antunes in einem Interview mal sagte: „A good reader is hard to find“ (‚Ein guter Leser ist selten zu finden‘) überlasse ich es euch, ob ihr es wagen wollt!

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