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Der neue Roman nach dem Welterfolg „Gute Geister“ – Empfohlen von Freida McFadden: „Eins meiner absoluten Lieblingsbücher in diesem Jahr.“ (Guardian)
Mississippi, im Jahr 1933. Die Wirtschaftskrise hält die Welt in Atem. Doch als der brütend heiße Sommer allmählich in den Herbst übergeht, verbündet sich im kleinen Städtchen Oxford eine Gruppe von Frauen – einige aus der besseren Gesellschaft, ein paar auf kriminellen Abwegen. Während sich die einen an die Fantasie vergangener Tage klammern, fühlen sich die anderen durch ihre Verzweiflung bestärkt. Sie streben nach Macht, klettern in der Gesellschaft der Südstaaten nach oben oder gehen erstaunliche Risiken ein, koste es, was es wolle. Denn sie alle haben eines gemeinsam: Sie haben wenig zu verlieren.
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Alles, was ich sagen kann, ist: Das Leben ist lustig. Wie sollen wir sonst durch die düsteren Phasen unseres Lebens kommen, wenn wir nicht versuchen, irgendwo einen Funken Humor zu finden? So bleibe ich halbwegs bei Verstand – als Schriftstellerin und als Mutter, als jemand, der aus einem Ort kommt, der genauso voller Schönheit wie voller Schrecken und Absurdität ist: Mississippi.
Um den Humor hineinzubringen, stelle ich mir oft die Frage: Was ist das absolut Schlimmste, das einer schwierigen, nicht gerade sympathischen Figur passieren kann? Eine Frage wie diese hilft mir, die großen Erzählbögen der Geschichte zu formen (so bin ich bei der Schokoladentorte und den Toiletten auf dem Rasen in Gute Geister gelandet), und sie kann auch das Erleben jener Figuren beeinflussen, die ich besonders gern piesacke. (In Der Club der Unbeugsamen beeinflusst diese Frage all die Arten, auf die Birdie ihre Schwester Frances für ihre Kleinlichkeit piesackt – und hinter Frances’ Begegnungen mit Flossy, die das komplette Gegenteil der gesellschaftlich aufstiegsfixierten Frances ist.) Und die Antworten, die diese Figuren selbst in den schwierigsten Momenten darauf finden, sind oft urkomisch. Ich weiß gar nicht, woher sie das nehmen, aber ich habe gelernt, sie dann einfach reden zu lassen.
Ich schreibe gern über ein Phänomen, das ich „die unterschätzte Frau“ nenne. Das ist eine Frau, an der du auf der Straße vielleicht einfach vorbeigehst oder die du im Supermarkt siehst und bei der es so wirkt, als würde in ihrem Leben nicht viel passieren. Aber in Wahrheit kocht es in ihr, sie ist bereit, ihre Welt zu verändern.
Wenn ich an die unterschätzte Frau denke, denke ich auch an meine Mutter, Ruth Stockett. In den 1970er-Jahren war sie eine der ersten in ihrem Freundeskreis in Jackson, Mississippi, die sich scheiden ließ. Danach erwartete man nicht mehr viel von ihr. Sie zog drei Kinder mehr oder weniger allein groß, hatte die Highschool abgeschlossen, aber das College abgebrochen. Eines Tages setzte sie sich hin und brachte sich selbst bei, wie man Computerprogramme schreibt. Später entwickelte sie das erste Programm, das in Mississippi die Impfungen von Kindern erfasste, und viele weitere Programme für das Gesundheitsministerium und den Secretary of State. Ihre Programme wurden schließlich auch in mehreren anderen Bundesstaaten übernommen. Die Leute dachten indes, das Wichtigste, was meine Mutter je erreicht hätte, wäre, in der Highschool zur Homecoming Queen gewählt worden zu sein. Genau über solche Frauen schreibe ich gern.
Als ich meine Tochter Lila großzog, habe ich gelernt: Ein Kind sagt die Dinge genau so, wie es sie sieht. Kinder durchschauen ganz natürlich den ganzen Bullshit, und ich wollte dieser Art von unschuldiger Ehrlichkeit eine Stimme geben. Was Birdie angeht: Sie ist von Natur aus rational und direkt, aber gleichzeitig warmherzig. Sie ist genau die Art unterschätzte Frau, über die ich immer wieder schreiben möchte.
Wenn ich eine Stimme auswähle und eine Erzählerin forme, suche ich nach jemandem, der die Absurdität der sogenannten Regeln sichtbar machen kann, an die wir uns angeblich halten sollen – in der „feinen Gesellschaft“, in Geschlechterrollen, in Religion und Zugehörigkeit, und in den Widersprüchen der Jim-Crow-Gesetze. In Der Club der Unbeugsamen gibt es gleich auf der ersten Seite des ersten Kapitels ein Schild am Eingang des Waisenhauses, das die Heuchelei dieser Zeit und dieses Ortes auf den Punkt bringt. Meg wundert sich darüber – und obwohl sie das Wort „Ironie“ nicht kennt, führt sie die Leserinnen und Leser genau dorthin.
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