»Awad hat sich als eine der innovativsten und originellsten Autorinnen erwiesen, die es gibt.« Los Angeles Times
Für die perfekte Haut tun Mirabelle und ihre Mutter Noelle alles: Skincare-Videos, Kollagen-Smoothies und Dreifach-Peelings bestimmen ihren Tag, in ihren Wohnungen türmen sich die Tiegel und Fläschchen. Doch würde die Mutter für die Schönheit sterben? Nach ihrem mysteriösen Unfalltod sucht Mirabelle in Kalifornien nach Antworten und stößt auf La Maison de Méduse, das sektenartige Luxus-Spa, in dem ihre Mutter Stammkundin war. Nach und nach gerät auch sie immer tiefer in die Fänge der Betreiber – eine surreale Reise in die Abgründe des Schönheitskults und zum Kern ihrer Beziehung zu Noelle beginnt ...
Mit schwarzem Humor zeigt die Bunny-Kultautorin, wie viel Neid, Eitelkeit und Unsicherheit unter einer dicken Schicht Rouge lauern können.
Ausgabe:
Hardcover, mit Schutzumschlag, 512 Seiten, 11,8x18,7cm
Erschienen am:
12.02.2025
Originaltitel:
Rouge
Übersetzung:
Aus dem Amerikanischen von
Cornelia Röser
ISBN:
978-3-442-76303-0
Verlag:
btb
Originalverlag:
Simon & Schuster
Lieferstatus:
lieferbar
Mona Awad
Mona Awad, geboren in Montreal, studierte Kreatives Schreiben und Englische Literatur. Ihr Roman »Bunny« entwickelte sich zur TikTok-Sensation und wurde zum internationalen Bestseller. In einem Artikel im »New York Times Style Magazine« bezeichnete Margaret Atwood Awad als ihre literarische Erbin. Awads Werke...
Rouge ist eine Satire auf die Schönheitsindustrie und den Skincare-Kult. Was hat Sie zu diesem Thema inspiriert?
Meine eigene kultartige Besessenheit von Skincare. Ich war süchtig nach Skincare-Videos und konnte nicht damit aufhören, Produkte zu kaufen und zu testen. Ich redete mir ein, dass ich bloß meiner Haut etwas Gutes tun würde, aber das Ganze hatte auf jeden Fall eine tiefergehendere und düsterere Seite.
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Märchen und Mythen spielen in Ihren Romanen eine wichtige Rolle, so auch in Rouge. Haben Sie ein Lieblingsmärchen? Und inwiefern sind Märchen heute noch aktuell?
Ich liebe Die kleine Meerjungfrau und Die roten Schuhe von Hans Christian Andersen. Er ist ein unglaublicher, sehr empathischer Autor, und seine Herangehensweise an seine Figuren ist sehr modern. Er lässt uns tief in ihre Herzen blicken, uns ihren Schmerz und ihre Sehnsucht spüren. Ich glaube, wir lesen Märchen, weil sie auf kraftvolle, magische Art und Weise über unsere Ängste und Wünsche sprechen – und das über verschiedene Jahrhunderte, Sprachen und Kulturen hinweg. Ich liebe es, wie sie Verwandlungen einsetzen, um unsere Sehnsucht nach einem anderen Leben, einem anderen Selbst zu erforschen.
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Warum glauben Sie, dass Horror wieder im Trend ist? Was macht spezifisch weiblichen Horror aus?
Der Trend ergibt für mich Sinn. Ich glaube, dass wir in einer immer furchterregenderen Welt leben und wir alle versuchen, uns unseren Weg durch das Dunkel zu bahnen. Ich weiß nicht, ob ich etwas Allgemeines über weiblichen Horror sagen kann, da die weibliche Erfahrung so unterschiedlich sein kann. Ich persönlich denke einfach darüber nach, was mir Angst macht. Es ist spannend zu sehen, dass immer mehr Frauen über diese Themen schreiben.
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Hass- oder neiderfüllte Mutter-Tochter-Beziehungen wie in Rouge spielen auch in vielen Märchen eine Rolle. Ist das ein zeitloses Beziehungsmuster?
Oft geht es um die Stiefmutter, denn gottbewahre, dass auch die biologische Mutter ihrem Kind gegenüber ambivalente Gefühle hegen könnte. Aber normalerweise ist die Mutterfigur schrecklich und das Kind ist ein unschuldiges Opfer ihres Neids oder ihres Hasses. So ist es zumindest in den gängigen Versionen von Schneewittchen. Deswegen wollte ich in Rouge der Mutter ein bisschen mehr Menschlichkeit verleihen, der Tochter mehr Ecken und Kanten. Und ich wollte dem nachgehen, welche Rolle dem Spiegel dabei zukommt, dieses zeitlose Mutter-Tochter-Muster mit erschaffen zu haben.
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Sie unterrichten an der Syracuse University Kreatives Schreiben. Von wem wären Sie selbst gerne unterrichtet worden?
Letztlich denke ich, dass ein guter Lehrer oder eine gute Lehrerin präsent ist, zuhört und seine oder ihre Studierenden ermutigt. Ich glaube auch, dass die Person ein breites Verständnis davon haben sollte, was in einer Geschichte alles möglich ist. Mir waren immer diejenigen Lehrpersönlichkeiten lieber, die selbst nicht zu dominant oder auf einen bestimmten Ausgang der Geschichte fixiert sind, die zugleich anleiten, aber dir auch den Freiraum lassen, dich selbst auszuprobieren. Brian Evenson, mein Professor und Mentor an der Brown University, wo ich meinen Master in Kreativem Schreiben gemacht habe, war ein solcher Lehrer.