Alles über Jane Austen
Ihre Romane, ihr Leben und die schönsten Verfilmungen
Jane Austen hat mit „Stolz und Vorurteil“ und „Vernunft und Gefühl“ die schönsten Liebesromane aller Zeiten geschrieben. Erfahren Sie mehr über die Autorin, ihre Bücher und die Zeit, in der sie lebte.
Jane Austen ist die wohl beliebteste englische Schriftstellerin aller Zeiten. Ihre Romane sind seit ihrem Erscheinen unausgesetzt lieferbar und wurden von Generationen von Lesern geliebt und immer wieder begeistert verschlungen.
Aber was wissen wir eigentlich über das Leben der Autorin, die über Liebe, Heirat und Ehe schrieb – aber selbst niemals heiratete?
Jane Austen wurde am 16. Dezember 1775 als siebtes Kind von Pfarrer George Austen und seiner Frau Cassandra in Steventon (Hampshire) geboren. Die Familie war sehr belesen und gebildet, und so wuchs Jane in einem Haus mit großer Bibliothek auf und bekam eine für die damalige Zeit recht solide Ausbildung.
Schon als junges Mädchen begann Jane zu schreiben - ihre frühen Erzählungen waren sogar spitzer, bissiger und witziger als ihre Romane (veröffentlicht in „Lady Susan und andere Erzählungen“).
Es wird immer wieder spekuliert, ob Jane Austen bei der Beschreibung von Catherine Morlands jungen Jahren (in „Northanger Abbey“) Anspielungen auf ihre eigene Kindheit macht. Dort heisst es zum Beispiel, dass Catherine, „von Natur aus keine Romanheldin, bis zum Alter von fünfzehn Jahren lieber Kricket und Schlagball spielte, ritt und über die Wiesen lief“.
In der Liebe glücklos
George Austens Jahresgehalt war mit £600 durchaus angemessen, bei acht Kindern galt die Familie allerdings keineswegs als reich und Mr. Austen konnte seinen Töchtern keine großzügige Mitgift für die Heirat in Aussicht stellen. In Jane Austens Romanen wird das Thema Geld und Heirat immer wieder eine wichtige Rolle spielen.
Wir wissen, das Jane Austen in den Jahren 1795 bis 1796 eine Romanze mit dem Iren Thomas Lefroy hatte, der allerdings nicht die finanziellen Mittel besaß, um die wenig begüterte Jane zu heiraten (der Film „Geliebte Jane“ mit Anne Hathaway handelt davon). Das Liebesglück ließ weiter auf sich warten. Ein namentlich nicht bekannter Kandidat, der laut Janes Schwester Cassandra Chancen gehabt hätte, verstarb jung. Ihren einzigen Antrag von Mr. Harris Bigg-Withers lehnte Jane Austen nach kurzer Bedenkzeit ab, weil sie ihn „dick und merkwürdig“ fand.
»Um als gute Partie zu gelten, brauchte eine Frau eine ansehnliche Mitgift. Wenn eine Frau aus dem ärmeren Landadel keinen Mann fand, der sie auch ohne größeres Vermögen nahm, war sie dazu verdammt, eine alte Jungfer zu werden. (...) Einer Frau, die keinen gutmütigen Bruder oder anderen Verwandten hatte, der sie unterstützte, blieb nur die Laufbahn der Gouvernante«
aus: Holly Ivins, Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt
1801 zog die Familie Austen nach Bath, wo sich George Austen zur Ruhe setzen wollte. Keine vier Jahre später starb er. Wie bei den Bennets in „Stolz und Vorurteil“ bedeutete der Tod des Vaters für die Familie Austen stark sinkende Einkünfte. Mrs. Austen und ihre Töchter Cassandra und Jane waren nun abhängig von den Zuwendungen der Austen-Brüder. Sie zogen zunächst nach Southhampton und später nach Chawton in Hampshire, wo ihnen Janes Bruder Charles ein kleines Haus zur Verfügung stellte.
In Chawton hatte Jane Austen ihre produktivste Phase als Schriftstellerin: sie schrieb die Romane „Vernunft und Gefühl“ (Sense and Sensibility, 1811), „Stolz und Vorurteil“ (Pride and Prejudice, 1813), „Mansfield Park“ (1814), „Emma“ (1816) und „Anne Elliot“ (Persuasion, 1817).
Weitere Romanfragmente („Die Watsons“, „Sanditon“) blieben unvollendet: Jane Austen starb am 18. Juli 1817 im Alter von nur 41 Jahren, vermutlich an einer Nebennierenrindeninsuffizienz. Sie wurde in der Kathedrale von Winchester beerdigt.
Jane Austens Romane „Anne Elliot“ und „Northanger Abbey“ wurden 1817 posthum von ihrem Bruder Henry veröffentlicht.
Jane Austens Romane in der Manesse Bibliothek der Weltliteratur
Sie möchten mehr über Jane Austen und ihre Zeit erfahren?
Holly Ivins lässt in ihrer ebenso charmanten, wie kurzweiligen „Entdeckungsreise“ die Zeit des Regency lebendig werden: Sie liefert Hintergründe zu Jane Austen, gewährt uns Blicke hinter die Fassaden der prunkvollen Herrenhäuser, beschreibt Konventionen und Etikette und erzählt davon, was Mann durfte, Frau aber nicht (zum Beispiel Romane schreiben).
Wussten Sie beispielsweise ...
Die beiden Porträts, die es von Jane Austen gibt, sehen ihr leider nicht ähnlich. Eines wurde von ihrer Nichte Anna sogar als »schauderhaft unähnlich« bezeichnet. Über ihr wirkliches Aussehen können wir also nur spekulieren.
Jane Austen publizierte ihre Bücher anonym, weil die Tätigkeit als Schriftstellerin für eine Frau als rufschädigend galt. Oft versuchten die Ehemänner oder die Familie sogar, die Frauen vom Schreiben abzubringen. Zum Glück wurde Jane von ihrem Vater dazu ausdrücklich ermutigt.
Nach ihrem frühen Tod pflegte die Familie emsig den Mythos von der „heiligen Jane“, die weder nach Ruhm, noch nach Geld strebte. Tatsächlich hatte Jane Austen den Profit, den ihre Romane brachten, sehr wohl genau im Blick (und wer sollte es ihr verdenken, sie musste ja davon leben).
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