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Clarice Lispector

Ich und Jimmy

Storys. Übersetzt von Luis Ruby, mit einem Nachwort von Teresa Präauer

(5)
Hardcover
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Best-of-Lispector: 30 ausgewählte Kurzgeschichten der Kultautorin

«Besser als Jorge Luis Borges» – Elizabeth Bishop. «Schneidend wie ein Diamant» – Rachel Kushner. «Die brasilianische Virginia Woolf» – Karl Lagerfeld. Selten ist ein Werk des 20. Jahrhunderts so überschwänglich und einhellig gerühmt worden wie das von Clarice Lispector. Im Mittelpunkt dieser faszinierenden Sammlung von 30 Short Stories stehen weibliche Erfahrungen und Sichtweisen auf die Welt. Luisa, eine junge Frau führt ein Doppelleben als Ehegattin und Stripteasetänzerin. Miss Algrave, ein irisches Mauerblümchen, erlebt in London unverhofft ihr sexuelles Erweckungserlebnis. In einer anderen Geschichte rächen sich zwei Frauen, Carmem und Beatriz, die in wilder Ehe mit einem Mann zusammenleben, auf perfide Art für seine chronische Untreue.

In Lispectors Kurzprosa, von Luis Ruby neu ins Deutsche übersetzt, lernen wir eine ungeheuer vielseitige Erzählerin kennen. Noch für die widersprüchlichsten Gefühle findet sie ein originelles Bild oder eine aufregende Wendung, eine treffende Charakteristik oder eine kluge Sentenz. Neben der titelgebenden Geschichte werden unter anderem die Erzählungen «Sofias Dramen», «Heimliches Glück», «Die Abfahrt des Zuges», «Auf der Suche nach einer Würde», «Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau» sowie «Dona Frozinas Finessen» enthalten sein. Lispectors Fabulierkunst langweilt nie und verblüfft immer.

«Clarice Lispectors Erzählungen sind ein Plädoyer dafür, den Wildwuchs der Gefühle zuzulassen und das Leben in der Vielfalt der Facetten auszuloten.» Susanne Schaber, ORF

»Lispectors Texte sind handlungsarm, doch expressiv; sie haben die Faszination von Rohdiamanten und sind entsprechend scharfkantig. ... Ihre unbändige, poetische Prosa gibt Rätsel auf und hallt lange nach. Denn Lispector will die Dinge nicht einleuchtend machen, sie lässt sie vielmehr leuchten.«


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Portugiesischen von Luis Ruby
Originaltitel: Todos os contos
Originalverlag: Editora Rocco Ltda.
Mit Nachwort von Teresa Präauer
Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 9,0 x 15,0 cm
ISBN: 978-3-7175-2555-4
Erschienen am  26. April 2022
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Vergnügen am Erzählen

Von: Jana Jordan

12.11.2022

Jimmy weiß, wie Liebe, Sex und Beziehung funktionieren. In der titelgebenden Kurzgeschichte lässt sich eine junge Frau auf seine Argumentation ein und nimmt ihn schließlich auf eine Weise wörtlich, die ihm nicht behagt. In den Geschichten der brasilianischen Autorin Clarice Lispector stehen Frauen im Mittelpunkt, junge Mädchen und ältere Damen, Hausfrauen, Ehefrauen, Angestellte, Prostituierte. Die Autorin beschreibt einen exemplarischen Moment im Leben ihrer Protagonistinnen. Die Erzählanlässe erscheinen teilweise banal – eine Zugfahrt, bei der sich zwei Frauen gegenüber sitzen, ein Strauß Rosen, der verschenkt werden soll oder vielleicht auch nicht, die Verabschiedung der Mutter nach dem Besuch. Hinter dem alltäglichen Rahmen versteckt sich jedoch besonderes Erleben. Konträr dazu wird die Rache von zwei Frauen an ihrem untreuen Liebhaber so unspektakulär erzählt, als handle es sich um ein paar gestohlene Kartoffeln. In den meisten Geschichten geht es weniger um die Handlungen, vielmehr tauche ich in die Gedankenwelt der Frauen ein, begleite sie auf den verschlungenen Pfaden von Assoziationsketten und Erinnerungen, werde zur Mitwisserin versteckter Hoffnungen oder verschämten Egoismus. Es zeigen sich Wesenszüge, die tief unter der Oberfläche verborgen sind. Clarice Lispector seziert Gemütslagen und Seelenzustände, sie tut das mit leichter Feder, so dass ich ihr gerne folge. Sie gießt Gefühlswallungen in wunderbar gedrechselte Sätze und entblättert Schicht um Schicht, gibt den Blick frei auf Ermutigendes und Abgründiges. Gekonnt spielt sie mit Sprache, beherrscht die Leichtigkeit des scheinbar unbekümmerten Erzählens und doch sitzt jedes Wort. Sie erschafft wunderbare Bilder und überraschende Vergleiche. Manche Texte scheinen gleichsam zu schweben. An dieser Stelle soll auch die Arbeit des Übersetzers Luis Ruby gewürdigt werden, dem eine lesenswerte Neuübersetzung gelungen ist. Clarice Lispector wurde 1920 in Tschetschelnyk (Ukraine) geboren, kurz bevor ihre Eltern, russische Juden, zunächst nach Deutschland und schließlich nach Brasilien auswanderten. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie im Alter von 23 Jahren. Bis zu ihrem Tod 1977 erschienen weitere Romane und etliche Kurzgeschichten, zudem schrieb sie für Zeitschriften und arbeitete als Übersetzerin. Einen tieferen Einblick in ihr Leben und ihre Zeit gewähren das Nachwort von Teresa Präauer und verständnisfördernde Anmerkungen im Anhang. Der vorliegende Band vereint 30 Kurzgeschichten, von denen keine der anderen gleicht. Alle vereint das spürbare Vergnügen der Autorin am Erzählen. Es ist mir eine Freude, dieses auch äußerlich schöne Buch einer hoffentlich breiten Leserschaft empfehlen zu können.

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Innenansichten

Von: nil_liest

21.09.2022

Für alle die sich für Feministinnen erklärt haben und alle anderen auch, sollten unbedingt Clarice Lispector kennen und lieben lernen. Die 1920 in der Ukraine geborene und schon 1922 mit ihren Eltern nach Brasilien gelangte Autorin ist phänomenal und hat mich schon öfters begeistern können. Weil diese wunderbare Autorin in ihrer letzten Heimat Brasilien zu Recht Kultstatus, hat der Manesse Verlag sie in ihr ‚Mehr Klassikerinnen‘ Programm aufgenommen mit der Kurzgeschichtensammlung ‚Ich und Jimmy‘. Es wurde sehr gut frisch übersetzt ins Deutsche von Luis Ruby und mit einem Nachwort von Teresa Praäuser versehen, dass uns die Autorin noch mal näherbringt. Auch ist das Buch selbst eine reizend gestaltet und in einem handlichen Format, dass wirklich in jede Tasche passt, ich fand es praktisch als Unterwegs-Lektüre. Das titelgebende ‚Ich und Jimmy‘ ist nur eine der 30 Kurzgeschichten, die sich hier versammeln. Es sind allesamt alltägliche Szenen: mal unspektakuläre Handlungen, mal richtungsweisende Entscheidungen. Clarice Lispectors nimmt uns mit in die Köpfe der Frauen, die sie hier ins Scheinwerferlicht stellt. Wir begeben uns in ihre Köpfe und fühlen mit den einzelnen Protagonistinnen, mögen sie noch so unterschiedlich sein: alt, jung, arm, reich, verzweifelt oder zu gesättigt. Sie alle bekommen einen Platz in dieser feinen Sammlung an Kurzgeschichten. Was die Geschichten so gut macht ist vor allem Clarice Lispectors Prosa. Sie schreibt großartig. Sprachlich war sie eine Virtuosin und es macht einfach Spaß diese Texte zu lesen. Wie selbstgestimmt diese tolle Autorin im letzten Jahrhundert durchs Leben ging, zeigt schon die Anekdote, dass sie ihr Geburtsjahr offensiv um 5 Jahre nach vorne verlegte: 1925! Sollte ich auch in Betracht ziehen!

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Vita

Clarice Lispector, geboren 1920 in der Ukraine, gelangte mit ihrer Familie auf der Flucht vor Pogromen in den ländlichen Norden Brasiliens und lebte später in Rio de Janeiro. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, studierte sie Jura und begann eine Karriere als Journalistin. Im Alter von dreiundzwanzig Jahren wurde sie Schriftstellerin. Sie schrieb Romane, Erzählungen, Kinderbücher sowie literarische Kolumnen und wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet.

Zur Autorin

Luis Ruby

Luis Ruby, 1970 in München geboren, übersetzt neben Clarice Lispector Autoren wie Hernán Ronsino, Eduardo Halfon und Niccolò Ammaniti. Er wurde für seine Arbeit u.a. mit dem Bayerischen Kunstförderpreis und dem Münchner Literaturstipendium ausgezeichnet.

Zum Übersetzer

Teresa Präauer

Teresa Präauer, geboren 1979, lebt als Autorin und bildende Künstlerin in Wien. Ihr Debütroman »Für den Herrscher aus Übersee« wurde mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet, ihr Roman »Johnny und Jean« für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Für »Kochen im falschen Jahrhundert« gewann sie den Bremer Literaturpreis, stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises. Teresa Präauer schreibt regelmäßig für Zeitungen und Magazine über Kunst, Literatur, Mode und Pop.

Nachwort

Pressestimmen

»30 meisterhafte Short-Storys unter dem Titel ›Jimmy und Ich‹ belegen, wie konsequent, unkonventionell, lapidar und zynisch diese sprachgewandte Autorin mit der Männerwelt Schlitten fuhr. «

»Zeit für die ›Wiederentdeckung‹ einer modernen Klassikerin. ... Ihre Geschichten bewegen sich ungemein nah am gelebten oder auch versäumten Augenblick.«

»Die Fabulierkunst der Brasilianerin überrascht ihre Leserschaft mit außergewöhnlicher und spannungsgeladener Kurzprosa, nie langweilig und verblüfft immer.«

Elbe Weser Kurier, Marianne Haring (16. July 2022)

»›Ich und Jimmy‹ vermittelt einen guten Eindruck von der spitzzüngigen Sprachkraft und Fabulierlust der Kultautorin, die längst als moderne Klassikerin gilt. .... Ebenfalls lesenswert in der liebevolll gestalteten Neuausgabe: das Nachwort von Teresa Präauer«

»Geheimnisvoll grandios. In den 30 Kurzgeschichten sind Frauen zu entziffern – aber das wird nicht einfach gelingen.«

Kurier (A), Peter Pisa (04. August 2022)

Weitere Bücher der Autorin