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Rezensionen zu
Staub zu Staub

Felix Weber

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€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 9,99 [A] | CHF 13,00* (* empf. VK-Preis)

Ergreifend

Von: Julia

20.10.2020

NL 1949 Nach einem tragischen Verlust seiner Lebensgefährtin rosa lebt der Partisan Siem Coburg als verletzter gebrochener Mann in einem Hausboot. Das änderte sich aber schlagartig, als Bauer Tammens in darum bittet, auch zu klären, was mit seinen 17-jährigen Enkel Siebold passiert ist, warum dieser sterben musste. Der Enkel lebte lange Zeit unter München im katholischen Heim für geistig behinderte jeder sein groß hatte es sich sicher, dass dort mit einigen tot nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. erste Einblicke Coburg geben Thomas Zweifel in den letzten Jahren sind in diesem Heim noch viele weitere Kinder unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Allein das ist schon eine spannende Einleitung und wenn man Seine Betrachtungsweise einfach mal freien Lauf lässt, kann man sich vorstellen, dass so was hinter geschlossenen Toren doch einmal vorkommen kann. Eine schauderhafte Sichtweise vor allem wenn es um das eigene Enkelkind geht. Der Autor hat dieses mühelos angepasst, er hat gut recherchiert und in ein leichten Lesefluss geschrieben. Ich habe nicht lange gebraucht, um in dieser Geschichte mich einzufinden und hatte des Öfteren das Gefühl, das ich live bei der Aufklärung dabei bin. Einige Punkte haben wir doch eine Gänsehaut geschafft, konnte oft den Gedanken weg Schütteln, in der Hoffnung, dass sowas wirklich nicht in der Realität passiert. Und doch passt das gut zu dem oben genannten kurzen Text. Die Spannung ist langsam ansteigend, schwellend und durch Weg bis zum Ende gegeben. Ich hatte jetzt nicht das Gefühl, dass die Hochspannung ab laut ohne verschwindet, und die Geschichte passt zu diesem Cover. Das Buch ist nicht fürs leichte Gemüt und man sollte auch immer mit vollem Kopf dabei sein. Durch vielen Handlung die in dieser ganzen vorkommen verschiedene Hand strenge, die oft in Zeitgeschehen und Ort miteinander verbunden sind, dass man die Gefahr eingehen konnte, dass man sich verliert in dieser Begebenheit. Einige Begriffe aus den Niederlanden sind gewöhnungsbedürftig, aber für einen Autor oder eine Story in den Niederlanden stattfindet normal. Ich selber habe dieser Geschichte den Kriminalroman authentisch spannend gefunden habe ihn mit Begeisterung gelesen und in einigen Passagen ist natürlich auch ein gebrochener Mann, der das Leben gebeutelt hat. Es ist recht düster, aber nicht aggressiv oder zu brutaler Kriminalroman kommt noch ein Hauch von einem historischen dazu. Ich hätte mir gerade in diesem Thema Euthanasie im Heim doch mehr gewünscht, passiert ist in den vergangenen früheren Jahren genug. Gerade bei Menschen, die geistige Behinderung hatten und somit nicht der menschlichen Normen von damals entsprochen haben. Am Ende des Bestsellers findet man noch ein Nachwort, in dem der Autor uns ein eigentlich gibt, warum er dieses Druckwerk am Ende geschrieben hat. Ich konnte dem Buch vieles abgewinnen, ich selbst mag den Autor recht gerne und kann dieses Buch daher auch empfehlen ich gebe den Buch 4 Punkte. ein Punkt hab ich abgezogen weil ich mir doch etwas mir genauere Details zu bestimmten Team gewünscht hätte.

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Während des Zweiten Weltkriegs war Siem Coburg im Widerstand gegen die Nazibesetzer der Niederlande. Dort fand er auch seine große Liebe Rosa, mit der an gefährlichen Untergrundaktionen teilnahm. Der Krieg ist zu Ende, Rosa lebt nicht mehr und in die Bevölkerung möchte nach vorne schauen, viele Mitläufer sitzen wieder in guten Positionen und für einen entwurzelten Widerstandskämpfer findet sich kein Platz. So lebt Siem einsam und verwahrlost auf einem alten Hausboot. Bauer Tammens bittet ihn um Hilfe, sein geistig behinderter Sohn ist in einer katholischen Pflegeeinrichtung zu Tode gekommen. Er glaubt nicht an einen natürlichen Tod und Siem hat Tammens gegenüber noch eine Schuld abzutragen, während des Kriegs hatte der Bauer in auf seinem Hof versteckt. Als Journalist getarnt, besucht er das Kloster in dem die Einrichtung untergebracht ist und bekommt anfangs bereitwillig oberflächliche Auskünfte, aber bald spürt er die Mauer des Schweigens in und außerhalb der Klostermauern. Das ganze Dorf ist vom Kloster, dem einzigen Arbeitgeber, abhängig und mit dem Abt legt man sich besser nicht an. Das Buch wird als Kriminalroman beworben und mit der Erwartung eines spannenden Krimis mit historischem Hintergrund bin auch ans Lesen gegangen. Aber durch diese Einschätzung kam ich nur schwer und langsam ins Buch. Siems Erinnerungen an den Widerstand, an Kollaborateure und Verrat werden in Rückblenden in die Handlung einbezogen. Außerdem lernen wir auch einen Klosterbruder näher kennen, der bereits im Ersten Weltkrieg die Schrecken der Schützengräben hautnah erlebte und aus dessen Tagebuch Auszüge ebenfalls in das Geschehen verflochten wird. Als ich mich von der Erwartung an einen Krimi löste, hat die Geschichte mich durchaus gepackt und gefesselt. Felix Weber schreibt anspruchsvoll und sehr stimmig. Das düstere Kloster mit dem Kinderheim, die Differenzen der Brüder untereinander und das schweigende Dorf ergeben eine dunkle, unheilvolle Atmosphäre. Im Anhang erfährt der Leser, dass der Autor durch einen Bericht über ein reales Pflegeheim für behinderte Kinder inspiriert wurde und die Erläuterungen zur niederländischen Besatzungszeit und zum Widerstand haben mich sehr interessiert, da ich bisher nur sehr wenig über die Niederlande in diesem Zusammenhang wusste. Ich kann verstehen, dass Buch in den Niederlanden mit dem bedeutendsten Krimipreis ausgezeichnet wurde, denke aber, dass durch Einordnung ins Krimi-Genre viele Leser mit falschen Erwartungen an das Buch herangehen werden.

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Niederlande, 1949: Land und Leute leiden nach wie vor unter den Nachwehen des 2. Weltkriegs, so auch der ehemalige Widerstandskämpfer Siem Coburg, den die Geister der Vergangenheit verfolgen. Dann bittet ihn ein alter Freund um Hilfe bei der Suche nach der wahren Todesursache seines Enkelsohnes. Dieser ist unter ungeklärten Umständen in einem katholischen Heim für Kinder mit Behinderung ums Leben gekommen. Siem Coburg sucht vor Ort nach Antworten und stößt dabei auf einigen Widerstand. Dieses Buch wurde mit dem "Gouden Strop", dem bedeutendsten niederländischen Preis für Kriminalliteratur, ausgezeichnet, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Der Autor hat einen atmosphärisch sehr intensiven Roman geschaffen, bei dem ich das Gefühl hatte, hautnah beim Geschehen dabei zu sein. Die Stimmung ist sehr düster und bedrückend, die Erinnerungen aus Kriegszeiten sind nichts für Zartbesaitete! Geschichtlich fand ich den Roman sehr interessant und auch die Spannung kam nicht zu kurz, so dass ich einen richtigen Flow beim Lesen hatte. Sehr empfehlenswert!

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Niederlande, 1949 Der ehemalige Widerstandskämpfer Siem Coburg, gebrochen vom tragischen Tod seiner großen Liebe Rosa, lebt in selbstgewählter Isolation auf einem heruntergekommenen Hausboot. Dennoch schickt er sich an, ins Leben zurückzukehren, um eine Ehrenschuld zu begleichen. Im Krieg ging der alte Bauer Tammens ein immenses persönliches Risiko ein, um Coburg das Leben zu retten, wobei vor allem das Kreischen seines Enkels Siebold die “Moffen” (Deutschen) in die Flucht schlug. Doch nun muss Tammens Coburg darum bitten, Siebolds Tod aufzuklären… Der behinderte Junge kam unter fragwürdigen Umständen im Heim eines Klosters ums Leben, und Tammens will wenigstens Klarheit, wenn nicht Gerechtigkeit. Coburg muss in seinen Ermittlungen jedoch schnell feststellen, dass Siebolds Tod nicht das einzige mysteriöse Vorkommnis mit Todesfolge in diesem Heim war. “Staub zu Staub” zeichnet ein ungeschöntes, beklemmend düsteres Bild der letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit rund um das Jahr 1949 in den Niederlanden. Der Fokus liegt auf den Erlebnissen des Widerstandskämpfers Siem Coburg – ein schwieriger, indes interessanter Charakter voller moralischer Graustufen. Man kann seine Motivation und seine Gefühle durchaus verstehen, seine Gewaltbereitschaft ist dennoch erschreckend. Die Geschichte wird durch die Perspektiven diverser anderer Charaktere abgerundet. Viele davon bleiben über weite Strecken ambivalent und rätselhaft, dem Leser wird es nicht einfach gemacht, sie zu verstehen, geschweige denn als Identifikationsfiguren zu sehen. Man spürt aber immer eine gewisse Komplexität, und keine der handelnden Figuren wird platt vereinfacht. Hier wird eine Zeit dargestellt, die die Menschen an ihre Grenzen und darüber hinaus brachte, im Guten wie im Schlechten, und der Autor gibt beidem in der Darstellung seiner Charaktere Raum. Für mich handelt es sich nur unter Vorbehalt um einen Krimi. Eher sehe ich es als zeitgeschichtlichen Roman mit Krimielementen – damit möchte ich ihm die Spannung allerdings nicht absprechen! Das Buch ist auf seine ganz eigene Art fesselnd, und dabei originell, intelligent und flüssig geschrieben. Die Handlung teilt sich auf verschiedene Zeitebenen und Orte auf und springt zwischen diesen oft recht abrupt hin und her. Gerade anfangs ist es dadurch nicht immer einfach, sich zu orientieren: was passiert in welcher Reihenfolge und wo, wer ist involviert? Kann man anfangs das Gesamtbild höchstens erahnen, fügen sich die Splitter der Handlung nach und nach immer mehr zusammen. Daher sollte man nicht zu schnell aufgeben, wenn man erst Schwierigkeiten hat! Herausfordernd, aber lohnend, ist auch die schiere Anzahl der verarbeiteten Themen. Dabei eröffnen manche der Charaktere eigene Handlungsstränge, die erst nicht unbedingt zusammenlaufen mit den Erlebnissen von Coburg, aber später meist doch eine Rolle für dessen Ermittlungen spielen. Heime für behinderte Kinder in der NS-Zeit? Immer, wenn ich ein Buch lese oder einen Dokumentarfilm sehe, in denen die Zustände in Kinderheimen der Vergangenheit beschrieben werden, besonders solchen, die Kinder mit Behinderungen aufnahmen, fühle ich mich wieder schockiert und angeekelt – nicht von den Kindern, sondern von den Umständen, in denen sie leben mussten. Felix Weber zeigt diese Lebensumstände ohne Weichzeichner, aber auch ohne Dämonisierung der Schuldigen, die zum Teil (!) einfach unwissend und überfordert sind. Er verwendet Ausdrücke wie “Schwachsinnige”, was mich bei einer Geschichte, die in der heutigen Zeit spielt, enorm stören würde. Hier spricht meines Erachtens jedoch nicht der Autor als Person, sondern er lässt die Charaktere der Zeit sprechen. Würden heutige Ausdrücke verwendet, würde das meines Erachtens der Authentizität der Geschichte schaden – und damit dem Leser auch weniger deutlich machen, wie entsetzlich damals mit diesen Kindern umgegangen wurde, zum Teil mit besten Absichten. Im letzten Teil des Buches gibt es einige überraschende Entwicklungen. Diese werden allerdings nur zum Teil vollkommen aufgeklärt. Das Ende ist meines Erachtens etwas schwach – es bleibt in vielem zu schwammig und unentschlossen, sowohl als Krimi als auch als historischer Roman. Für mich wird damit aus einem herausragendem Buch eines, das mit leichten Abstrichen immer noch sehr lesenswert ist. Fazit Niederlande, 1949: Der ehemalige Widerstandskämpfer Siem Coburg wird von dem Mann, der ihn im Krieg versteckte und damit sein Leben rettete, gebeten, den Tod seines Enkels aufzuklären, der in einem christlichen Heim ums Leben kam. Schnell eröffnen sich wahre Abgründe. Fangen wir mit dem Ende an: das fand ich schwach, den Rest des Buches dafür aber originell, intelligent, vielschichtig und gut geschrieben. Man muss sich in den ersten Kapiteln erst daran gewöhnen, dass die Geschichte ohne Vorwarnung durch Zeiten und zwischen Charakteren und Orten springt, aber in meinen Augen lohnt sich die Mühe.

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Nachdem der Bauer Tammens Siem Coburg während des Krieges auf seinem Hof versteckt hatte, ist er ihm noch einen Gefallen schuldig. Er nimmt sich deshalb der Bitte des vereinsamten alten Mannes an und versucht herauszufinden die Todessache des behinderten Enkels herauszufinden, an dessen er große Zweifel hat. . Also macht er sich als Journalist getarnt auf die ungeklärten Fragen und besucht das Kloster mit seiner katholischen Einrichtung. Bei seinen Fragen stößt er auf großen Wiederspruch und keiner möchte Auskunft geben oder besser gesagt gegen das Abt aussagen. . Mit vielen Rückblicken in die Zeiten des Widerstands lernen wir die Protagonisten kennen. Auch die niedergeschriebenen Tagebuchauszüge des Klosterbruders Felix informieren den Leser über die damaligen grausamen Geschehnisse. Geprägte Kriegserfahren und grausame Verluste bleiben nicht spurlos und dies wird in diesem Kriminalroma deutlich geschildert. Coburg versucht Beweise zu finden, um hier etwas zu erreichen, damit dieser grausame Umgang mit den Kinderheimbewohnern ein Ende hat. Doch dies ist mehr als einfach, denn das Schweigen wird immer größer…. . 𝕄𝕖𝕚𝕟 𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥: Bei „Staub zu Staub“ handelt es sich um keinen typischen Krimi-Roman, ich würde diesen eher als Drama sehen, denn für mich fehlte die typische Ermittlerarbeit. Dennoch schaffte es der Autor mich mit seiner Schreibweise zu fesseln und zum Nachdenken zu bringen. Die Zeiten des Widerstandes waren hart und grausam und hinterlassen Spuren, diese werden in diesem Werk deutlich dem Leser gezeigt und in gebrochenen, jähzornigen und traurigen Charakteren dargestellt. Ich gebe diesem Roman 🐞🐞🐞🐞 Rezi-Ladybug‘s.

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In schrecklichen Zeiten sind noch schrecklichere Dinge geschehen 1946 Staub zu Staub beginnt damit, dass Siem Coburg im Oktober 1946 einen BBC-Bericht im Radio anhört, in dem es um die Hinrichtung einer ganzen Reihe von Kriegsverbrechern geht. Siem selber war im Widerstand unterwegs, seine große Liebe Rosa Barto wurde kurz vor Kriegsende von den Deutschen erschossen und eigentlich sollte der Bericht ihm eine gewisse Genugtuung verschaffen - tat e aber nicht. 1949 Er führt weiterhin ein zurückgezogenes Leben, in dem er sich in seiner Verbitterung grob vernachlässigt und alle anderen Menschen mied. Bis 1949 der Coburger Bauer Tammens ihn um Hilfe bittet und damit wohl so etwas wie einen Weckruf startet. Tammens Enkel starb unter seltsamen Umständen im Norbertus-Asyl, einem Internat oder Heim für Behinderte, in der Limburger Stadt Wercke. Coburg transformeirt sich quasi selbst und beginnt zu ermitteln Verwirrung pur Insgesamt fand ich das Buch ausgesprochen verwirrend. Da waren zum einen die ständigen Zeitsprünge,so dass ich irgendwann gar nicht mehr wusste, wo ich denn nun wann war. Dazu kommen jede Menge Charaktere wie z.B. der tyrannische Bruder Superior Podocarpus, der Arzt Van Waesberghe, die Brüder Anselmus - und das sind nur einige der Hauptprotagonisten. Daneben gibt es noch reichlich Charaktere, die eine eher untergeordnete Rolle spielen Zum Leben erweckt Der Autor schafft es aber trotz aller Verwirrung die Welt rund um das Internat - sowohl in der Vergangenheit als auch im Jahre 1949 - zum Leben zu erwecken. Das Internat St. Norbertus ist eine geschlossene Einrichtung, die von katholischen Brüdern betrieben wird. Aber wollen sie wirklich nur das Beste für die behinderten Kinder? Siem zieht in ein nahegelegenes Bed & Breakfast und versucht zu ermitteln. Aber die Menschen vor Ort sind so verschlossen, dass es ihm schwer fällt etwas zu erfahren. Surreal Mühsam findet Siem Coburg aber doch Puzzleteil um Puzzleteil und setzt sie langsam zusammen. Nach und nach ruft Felix Weber eine Atmosphäre hervor, die unter die Haut kriecht. Zerstörte Gebäude, unfreundliche Mönche, ein unwirtlicher Winter und ein beinahe besessener Protagonist - irgendwie kommt mir da so ein bisschen der Gedanke Shutter Island, ein genialer Psychothriller von Dennis Lehane. Das Ende ist jedenfalls in beiden Storys gleichermaßen überraschend :-) Als Krimi eher mau Als historischen Roman fand ich Staub zu Staub wirklich großartig. Es trägt unter anderem meiner Meinung nach maßgeblich zum historischen Verständnis des Verlaufs der Ereignisse im Widerstand während des Zweiten Weltkriegs bei. Die Handlung ist interessant, aber eigentlich eher ein Mittel zur Beschreibung der Gräueltaten, die zu dieser Zeit stattfanden. Für einen Kriminalroman war mir hier viel zu wenig “kriminalistische Spannung” und wer sich nicht so für den Zweiten Weltkrieg und all seinen barbarischen Nebenerscheinungen interessiert dürfte sich vermutlich langweilen. Mein Fazit: Staub zu Staub von Felix Weber ist eher kein klassischer Kriminalroman, sondern eher ein historischer Roman in dem es um spannende, zeitgeschichtliche Ereignisse, die auf jeden Fall unter die Haut gehen. Für Leser mit Interesse an Geschichte, der NS-Zeit und den Gräueltaten in dieser Zeit auf jeden Fall empfehlenswert.

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Siem muss sein zurückgezogenes Leben aufgeben, denn Bauer Tammens hat einen Auftrag für ihn. Siem soll herausfinden, was mit seinem Enkel passiert ist. Siebold war 17 und in einem Heim für geistig behinderte Kinder, dort ist er auch gestorben. Allerdings hat Tammens starke Zweifel an der Todesursache des Jungen. Ich bin gut in das Buch reingekommen, der Schreibstil war auch gut, so das dieses Buch schön leicht zu lesen war. Es gibt auch immer wieder Einblicke über das Leben in diesem Kinderheim zu lesen. Für mich schon auf den ersten Seiten mitunter schockierend, was dort für Zustände an der Tagesordnung waren und wieviele Menschen sich in Schweigen und Ignoranz geübt haben. Ärzte, Pastoren usw. wirklich trauen konnte man keinem. Ich war wirklich gespannt ob und was Siem, der sich als Journalist tarnt, aufdecken wird. Ich fand das Buch wirklich gut, für mich waren es aber fast ein paar Erzählstränge zuviel, so das ich mich mitunter wirklich extrem konzentrieren musste. Mit Siem bin ich nicht wirklich warmgeworden, weil er mir das ganze Buch über viel zu steif rüberkam, das war sicher so gewollt, aber mir hat dann am Ende einfach bisschen das mitfiebern gefehlt. Für mich war das Buch mehr eine Erzählung als ein spannender Krimi. Trotzdem hat mir, wie schon gesagt, die Geschichte gefallen und ich würde das Buch auf jeden Fall auch weiterempfehlen.

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Der Klappentext lässt vermuten, dass es sich bei diesem Buch um eine Schilderung über die Euthanasie in Zeiten des Nationalsozialismus und/oder die „Unantastbarkeit“ der katholischen Kirche handelt. Diese Thematik wird jedoch nur angeschnitten. Zum größten Teil wird anhand von Rückblenden ungeschminkt über den Widerstandskampf und brutalen Ereignissen/Erlebnissen an der Front berichtet. Das im Roman geschilderte Heim der Mönche von Sint Norbertus war eine spezielle Einrichtung für geistig behinderte Kinder (Jungs) – gleich welcher Glaubensrichtung - aus dem ganzen Land. Der Autor veranschaulicht die schockierenden Umstände, unter denen die Kinder in dem Heim wohnen mussten. Dem Grad ihrer Behinderung entsprechend, hatten die Kinder viele Arbeiten zu erledigen (Wäscherei, Tischlerei, Garten, Reinigungsdienst, Küche aber auch Heimarbeit für Fabriken oder bei Bauern). Teilweise bestand ihr Tag von früh morgens bis spät nachts aus Arbeiten, lediglich unterbrochen von Gebeten, Messen und Mahlzeiten. Die von den Mönchen verhängten Strafen bei Fehlverhalten sind aus heutiger Sicht befremdlich. Die schlimmste Strafe von allen war nicht etwa die körperliche Züchtigung, sondern dass die Kinder nicht rauchen durften (S. 86). Es gab sogar einen Kloster-Kiosk, wo die Kinder sich mit Süßigkeiten und Zigaretten versorgen durften. Die Geschichte wird aus den Perspektiven vom ehemaligen Widerstandskämpfer Coburg und den zwei Mönchen, Bruder Felix und Bruder Anselmus, geschildert. Bei dem Protagonisten Siem Coburg handelt es sich um einen unabhängigen Geist, der eher durch Zufall zum Widerstandskämpfer wurde. Sein Charakter wird durch den Autor nicht beschönigt. Auf der einen Seite ist es ihm möglich, Menschen ohne mit der Wimper zu zucken, zu liquidieren. Auf der anderen Seite verfügt er über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, der dazu führt, dass er hilflose Personen beschützt bzw. rächt. Dafür ist er bereit, sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen. Bruder Felix hat als Sanitäter den Krieg in seiner gewalttätigen und erbarmungslosen Wirklichkeit erlebt. Seine grauenvollen Eindrücke hat er in einem Tagebuch festgehalten, welches in falsche Hände gerät: In die Hände von Bruder Anselmus, der dem Kloster ursprünglich beigetreten ist, um nicht an die Front zu müssen. In einem Nachwort berichtet der Autor über die Hintergründe der Entstehung dieser Geschichte. Nützliche Begriffserklärungen und Notizen zu realen Personen findet man ebenfalls im letzten Teil des Buches. Mein Resümee: Ein lesenswerter historischer Spannungsroman, der gründliche Recherchen zu geschichtlichen Fakten enthält und aufgrund der Thematik schwer verdaulich ist.

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