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Tom Segev

Die ersten Israelis

Die Anfänge des jüdischen Staates

(1)
Paperback
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Geboren im Mai 1948: Das eindrucksvolle Porträt des jungen jüdischen Staates, mit all seinen Hoffnungen und Widersprüchen

Die Staatsgründung Israels im Mai 1948 war eines der wichtigsten und folgenreichsten Ereignisse der letzten hundert Jahre. Wie kein Zweiter versteht es Tom Segev, ein Zeitgemälde der ersten Generation der Israelis mit all ihren Widersprüchen zu entwerfen. Indem er gleichermaßen die großen politischen Zusammenhänge und die individuellen Perspektiven zusammen führt, beschreibt Segev das Bild einer jungen Gesellschaft, die einerseits eine Notgemeinschaft und zugleich tief gespalten war: Immigrierte Holocaust-Überlebende trafen auf Siedler der ersten Stunde, Juden trafen auf Palästinenser.

Dieses Buch ist unerlässlich für ein Verständnis der Konflikte, die die israelische Gesellschaft bis heute beschäftigen und spalten.

"Ein Muss für jeden, der den Nahost-Konflikt verstehen will."

The New York Times Book Review

Aus dem Englischen von Helmut Dierlamm, Hans Freundl
Originaltitel: 1949. The First Israelis
Originalverlag: Henry Holt
Paperback , Klappenbroschur, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit Abbildungen
ISBN: 978-3-570-55113-4
Erschienen am  19. April 2010
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Die ersten Kinder eines neuen Staates.

Von: literaturnova

27.07.2022

Die ersten Kinder eines neuen Staates. Rezension zu Tom Segevs »Die ersten Israelis« »Der Alltag der ersten Israelis war somit weniger stark von Pioniergeist und Heldentum geprägt, als sie sich erträumt hatten. Auch die Gesellschaft, die sie gestalteten, war weniger aufgeklärt, idealistisch, altruistisch und ashkenasisch als erhofft. Sie verhieß weder Gerechtigkeit noch Gleichheit für alle, geschweige denn Frieden. Den ersten Israelis kam dies in ihrer Begeisterung, die ihren Blick für die Realität trübte, wohl nie so ganz zu Bewusstsein.« (S. 370-371) Das Verstehen eines Staates. Wohl kein anderes Land der Welt ist so oft fehlinterpretiert und missverstanden wurden wie Israel. Jener kleine Streifen an der östlichen Küste des Mittelmeeres war schon früh zu einer hoch politisierten Zone geworden. Um diesen Staat aber wirklich begreifen und seine politischen Geschehnisse ein Stück weit einordnen zu können, ist ein Blick auf die Geschichte des Landes unabdingbar. Auf diese Reise nimmt der israelische Historiker Tom Segev die Lesenden mit. Mit kritischem Auge und sprachlichem Feingefühl werden die Anfänge des Staates Israel betrachtet, mit besonderem Augenmerk auf dessen Einwohner. Segev schrieb im wahrsten Sinne des Wortes über »Die ersten Israelis« und zeichnet ein Porträt einer Generation, die das Land prägte wie keine andere nach ihr. Zu den Anfängen einer Nation. Als sie im neunzehnten Jahrhundert die ersten Siedlungen in Palästina gründeten, war die Idee des Zionismus noch weit entfernt von Theodor Herzls Gedankengängen. Doch die Idee, einen jüdischen Staat zu gründen, war bereits geboren. Zwar machten sich nur wenige auf den weiten Weg aus Europa in den Nahen Osten, doch jene die es taten, taten es mit einem schier unerschöpflichen Maß an Enthusiasmus und Tatendrang. Dabei stets das Ziel vor Augen: Die Schaffung eines Staates für alle Jüdinnen und Juden, einen Schutzraum, der ihnen bei drohender Gefahr Sicherheit geben sollte. Wie notwendig dieser Staat war, wurde im zwanzigsten Jahrhundert auf die schmerzhafteste aller Arten in das Bewusstsein der Weltgemeinschaft gedrängt. Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Shoah war der historische Moment gekommen: David Ben Gurion verlas in der Küstenmetropole Tel Aviv die Israelische Unabhängigkeitserklärung. Ein jahrzehntelanger Kampf ging an diesem Tag zu Ende, doch ein neuer, ebenso langer Kampf begann in jener Nacht. Der Staat wurde ausgerufen, nun galt es ihn zu schaffen. Die Zwiespälte eines Volkes. Das Judentum ist pluralistisch und streitlustig. So war es wenig überraschend, dass um die richtige Ausrichtung des jungen Staates intensiv und emotional gestritten würde. Geprägt von der früheren Besiedlung waren anfangs vor allem sozialistische Parteien an der Macht, das Ideal des »neuen Israelis« als großer, gebräunter und muskulöser Landwirt setzte sich allgemein durch. Landwirtschaft wurde zu einem Ideal stilisiert und durch die sozialistische Perspektive maßgeblich romantisiert. Die Israelis als größtmögliches Gegenbeispiel zum Diaspora-Juden. Ein Land zu einem vereinten Gebilde zu fusionieren ist eine de facto unlösbare Aufgabe. Auch wenn David Ben Gurion sein Leben jener Idee von einem sozialistischen, einheitlichen Israel verschrieb, waren doch die Unterschiede der verschiedenen Gedanken zu groß um sie zu einen. Von Anfang an gab es lange und ausführliche Diskussionen zum Platz der arabischen Minderheit im neuen Land. Viele sprachen sich gegen deren Anwesenheit aus und verlangten einen rein jüdischen Staat, ohne Ausnahme. Andere wiederum sprachen sich für die Rückkehr und Ansiedlung der arabischen Bevölkerung aus. Das Land war auch das ihrige und eine Vertreibung könne keine Position sein, die nach der Shoah bezogen werden kann. Wieder andere akzeptierten eine arabische Minderheit im Staat, allerdings nur solange dies limitiert und in Grenzen gehalten werde. Auch die Frage der religiösen Vorherrschaft innerhalb des Staatswesens wurde von den verschiedenen Strömungen ausführlich diskutiert. Letzten Endes setzten sich in vielen Belangen die orthodoxen und die »ultraorthodoxen« durch. So gibt es bis heute keine zivile Ehe in Israel und der Schabbat wird als fester Ruhetag eingehalten. Vielfach genießen die Chassidim, also jene Strenggläubigen, bis heute Privilegien, deren Fundament von den ersten Israelis gelegt wurde. Aus dem Bedürfnis heraus, religiöse Tumulte zu verhindern, schenkte man ihnen Meter um Meter. An dieser Stellung lässt sich heute nur schwer rütteln. Auch geht Tom Segev auf die Herrschaft der Aschkenasischen, also der osteuropäischen jüdischen Schichten ein, die seit jeher herablassend auf die Mizrahim, also jene Jüdinnen und Juden aus den arabischen Ländern, blicken. Ungerechtigkeiten, die sich aus diesen rassistischen Perspektiven ergaben, konnten bis heute nicht in Gänze beseitigt werden und der Kampf gegen Rassismus hält auch in Israel bis heute an. Die Bedeutung des Buches und das Fazit. »Die ersten Israelis« ist ein besonderes Sachbuch, dem es gelingt, aktuelle politische Situationen und Entscheidungen durch Entwicklungen zu erklären, die inzwischen circa siebzig Jahre zurück liegen. Die Anfänge des jüdischen Staates lagen in der Hand einer Generation, die zu großen Teilen aus den Städten und Shtetls Osteuropas einwanderten, die ihre Perspektive durchsetzen konnten und ein neues Ideal schufen, welches durch sozialistische und landwirtschaftliche Sozialisation geprägt war. »Die ersten Israelis« errichteten das Fundament, auf dem der Staat Israel heute noch steht, erbaut auf sandigem und wackligem Boden, blieb er doch über die Jahre hinweg standhaft. Doch bröckelt er an vielen Enden. Die ungerechte Behandlung der arabischen Minderheit, das Dilemma der palästinensischen Bevölkerung, die großen Auseinandersetzungen zwischen dem säkularem Israel rund um Tel Aviv und dem stark religiösen Israel rund um Jerusalem. Auch die tiefe Wunde der Shoah ist bis heute nicht verheilt und bestimmt zuweilen große politische Entscheidungen. Israel ist ein Staat, der innerhalb einer kurzen Zeit eine lange Geschichte aufweisen kann. Viel ist in den knappen fünfundsiebzig Jahren seines Bestehens geschehen. Viele Kriege wurden gefochten und gewonnen. Vielfach wurde der jüdische Staat Zielscheibe von Sanktionen, vielfach spielte Antisemitismus dabei eine entscheidende Rolle. Noch immer wird dieser Staat mit anderen Maßstäben gemessen als andere Staaten, noch immer wird von ihm mehr verlangt als von anderen verlangt werden würde. Israel ist missverstanden und versteht sich vermutlich selbst nicht ganz. Es ist ein kompliziertes Fleckchen Land, gerade die Größe Hessens. Die Geschichte schnitt Wunden und die Gegenwart ließ diese nie heilen. Bis heute kämpft das Land um seine eigene Identität und wird noch lange darum kämpfen müssen. Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, all das gibt es auch in Israel. Israel ist kein Paradies, aber bei weitem auch keine Hölle – selbst für die arabische Bevölkerung nicht. Das Land am Mittelmeer ist Schnittpunkt zwischen Europa und dem Nahen Osten, gehört zu beidem nicht ganz dazu. Um all das besser verstehen zu können, sind Bücher wie »Die ersten Israelis« von Tom Segev unentbehrlich. Ein tiefer Blick in die Geschichte eines verwundeten und heilenden Landes, das mit sich selbst ebenso sehr kämpft wie gegen seine Feinde von außerhalb. Doch trotz des Pfeilhagels der Vergangenheit und der Gegenwart wird Israel seinen Platz und seine Identität finden, wird sich festlegen, einfach weil es das tun muss. Die Frage, wie jüdisch und wie demokratisch der Staat sein kann und will, die Frage, wie man mit den arabischen Nachbarn und vor allem mit den palästinensischen Gebieten umgehen solle, diese und viele weitere Fragen werden beantwortet werden müssen. All dies braucht Zeit und Geduld. Und wenn ein Land, trotz all der Hektik, Geduld aufbringen kann, ist es Israel, der einzige jüdische Staat, gegründet nach fast zweitausend Jahren Exil. Übersetzt wurde das Buch aus dem Englischen von Helmut Dierlamm und Hans Freundl. Bei diesem Buch handelt es sich um ein vom Pantheon Verlag in Kooperation mit dem Bloggerportal zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar. Das Buch erschien im April 2010 im Pantheon Verlag.

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Vita

Tom Segev ist Historiker und einer der bekanntesten Journalisten Israels, dessen Bücher alle weltweit große Beachtung finden. Seine Eltern flohen 1935 aus Deutschland nach Palästina. Tom Segev wurde 1945 in Jerusalem geboren und gehört seit über 50 Jahren zu den klügsten Beobachtern der deutsch-israelischen Geschichte. In Deutschland wurde er durch sein Buch »Die siebte Million. Der Holocaust und Israels Politik der Erinnerung« (1995) bekannt. Für »Es war einmal ein Palästina« (2005) wurde er mit dem National Jewish Book Award ausgezeichnet. Zuletzt erschienen von ihm bei Siedler seine viel gerühmte Geschichte des Sechstagekrieges »1967. Israels zweite Geburt« (2007), »Die ersten Israelis. Die Anfänge des jüdischen Staates« (2008), die Biografie »David Ben Gurion. Ein Staat um jeden Preis« (2018) sowie seine Lebenserinnerungen »Jerusalem Ecke Berlin« (2022). Segev lebt in Jerusalem.

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Pressestimmen

"Dem israelischen Journalisten gelingt es, Detailfreude mit klarem Überblick zusammenzubringen. Das ermöglicht 370 spannende Seiten."

Frankfurter Rundschau

"Der klügste Historiker Israels ist auch noch einer der besten Erzähler."

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

"Segev beschreibt nicht nur diese verdrängte Geschichte, er schildert auch auf fesselnde Weise die politische Kultur des jungen Staates und das Ringen um seine Identität."

Der Standard

"Wer Israel verstehen will, muss Tom Segev lesen."

Falter

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